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Buffy-Bücher: Die Sammlung : Bücher / Books - Seite 3


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 Betreff des Beitrags: Re: Buffy-Bücher: Die Sammlung
BeitragVerfasst: 25. Jul 2009, 13:12 
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 Betreff des Beitrags: Re: Buffy-Bücher: Die Sammlung
BeitragVerfasst: 25. Jul 2009, 13:19 
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9. Kapitel

In der Abgeschiedenheit der kalten Mauern ihres Heiligtums setzten die Jünger das Ritual fort.
Es war ein altes Ritual – uralt wie das Böse selbst, und langsam vereinten sich die leidenschaftlichen Stimmen zu einem Chor.
Bald schon würde die Zeremonie ihren Höhepunkt erreichen.
Und wo einst die von Herzen kommenden Gelübde der Tugendhaften ertönt waren, hallten nun die falschen Gebete der Verdammten von den Mauern wider.
Luke, der unmittelbar vor dem Altar stand, sah plötzlich auf.
Er starrte für einen Moment mit ekstatisch aufgerissenen Augen in die Höhe, dann trat er einen Schritt zurück. Und als hätte er damit ein Zeichen gegeben, wichen die anderen ebenfalls zurück, während ihre Stimmen vor Erwartung zitterten.
Immer noch betete Luke am Teich. Urplötzlich stieß ein Kopf aus der blutigen Tiefe. Luke fuhr zusammen, starrte voller Ehrfurcht auf das Haupt und entfernte sich um einen weiteren Meter von dem Altar.
Der Kopf wuchs aus dem Teich heraus. Ihm folgte die große elegante Gestalt eines Königs, der lange geruht hatte – ein mächtiger Körper,
der im dunklen Blut glänzte.
Der Meister war der mächtigste aller Vampire. Vor ungefähr sechshundert Jahren war er als Heinrich Joseph Nest geboren worden.
Er kleidete sich vollständig in Schwarz und bot einen gleichermaßen furchtbaren wie ehrfurchterregenden Anblick.
Sein Gesicht hatte kaum mehr Menschliches an sich – er war zu gleichen Teilen Dämon und Mensch. Seine königliche Haltung drückte Unbesiegbarkeit aus,
sie forderte Anbetung, Unterwerfung und unsterbliche Ergebenheit. Und als er nun vortrat und eine Hand ausstreckte,
ergriff Luke sie mit demütigem Eifer.
„Meister“, murmelte er.
Das Gesicht des Königs war immer noch halb in der Dunkelheit verborgen. Luke wich respektvoll ein paar Schritte zurück,
und der Meister blickte einen Moment schweigend in die Runde seiner Jünger.
„Luke.“
„Meister!“
„Ich bin schwach.“
„Wenn die Ernte kommt, werdet Ihr Eure Kraft wiedererlangen“, versprach Luke.
„Die Ernte…“
„Wir sind bald soweit. Dann werdet Ihr frei sein.“
Der Meister schritt an Luke vorbei. Noch einmal streckte er die Hand aus. Die Luft vor ihm schien sich zu verdichten und bildete eine Art Mauer, die ihn einschloß. Abrupt zog er die Hand zurück.
„Ich muß bereit sein“, sagte der Meister. „Ich brauche meine Kraft.“
„Ich habe Eure Diener ausgesandt, Euch Nahrung zu bringen“, versicherte ihm Luke, „Gut.“
Doch als Luke sich zurückziehen wollte, ertönte die donnernde Stimme erneut: „Luke?“
Gehorsam blieb er stehen. „Ja?“
„Bring mir etwas… Junges.“


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 Betreff des Beitrags: Re: Buffy-Bücher: Die Sammlung
BeitragVerfasst: 25. Jul 2009, 14:08 
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10. Kapitel

Willow hatte nun doch Bedenken.
Während sie mit dem jungen Mann durch die Dunkelheit spazierte, wurde sie immer nervöser. Er hatte seit dem Verlassen des Clubs kaum ein Dutzend Worte gesprochen, und mittlerweile fand sie ihn auch etwas seltsam, was ihr in dem Lärm und unter den Lichtern der Diskothek gar nicht aufgefallen
war. Außerdem waren da auch Leute, dachte sie insgeheim.
„Ist echt ganz schön dunkel.“ Es war der schüchterne Versuch einer Unterhaltung, aber das machte sie auch nicht mutiger.
„Es ist Nacht“, antwortete der junge Mann. „Das ist die dunkle Zeit.“
Willow nickte. „Die Nacht. War schon immer so.“
Sie spazierten weiter. Wieder machte sie den Versuch, ein Gespräch zu beginnen.
„Ich kann immer noch nicht glauben, daß ich dich noch nie in der Schule gesehen habe. Hast du bei Mr. Chomsky Geschichte?“
Der Junge gab keine Antwort. Er blieb nur plötzlich stehen. Willow sah sich nervös um.
„Wenn wir zur Eisdiele wollen, müssen wir da runter“, sagte sie zu ihm. „Über die Hamilton Street.“
Er streckte seine Hand aus, ergriff ihre und hielt sie fest umklammert.
„Ich weiß eine Abkürzung“, sagte er. Und dann führte er sie zum Friedhof…
Buffy konnte Willow nirgendwo finden. Mit wachsender Sorge hastete sie vom Hintereingang des Clubs zur Straße, als Xander ihr entgegenkam. Sein Skateboard trug er unter dem Arm.
„Gehst du schon?“ fragte er, aber Buffy war nicht in der Stimmung zu flirten.
„Xander, hast du Willow gesehen?“
„Heute abend nicht.“
„Ich muß sie unbedingt finden. Sie ist mit einem Typen weg.“
„Wir reden doch über Willow, ja?“ Xander klang beeindruckt. „Hat sie etwa im Bronze jemanden aufgerissen? Das muß man sich mal reinziehn.“
Buffy achtete nicht auf seine Witze. „Wohin können sie nur gegangen sein?“
„Ach nein, weißt du etwa was über ihren neuen Lover, das sie nicht weiß?“ Xander tat so, als sei ihm eine plötzliche Erleuchtung gekommen,
und rieb sich die Hände. „Oh! Hey. Ich hoffe doch sehr, daß er kein Vampir ist. Denn dann müßtest du ihn ja töten!“
Nun hatte er ihre volle Aufmerksamkeit. Sie drehte sich um und starrte ihn überrascht an.
„Ist es ans Schwarze Brett angeschlagen worden? War es in den Nachrichten? Gibt es überhaupt irgendeinen Menschen in dieser Stadt, der nicht weiß, daß ich die Jägerin bin?“
„Ich weiß nur, daß du glaubst, es zu sein. Und das weiß ich auch nur, weil ich heute zufällig in der Bibliothek war.“
„Wie auch immer.“ Buffy war sich schmerzlich bewußt, wie schnell die Zeit verstrich. „Sag mir einfach, wohin Willow gehen würde.“
„Du meinst es ja ernst.“
„Wenn wir sie nicht finden, gibt’s morgen wieder ‘ne frische Leiche.“
Xander zögerte und studierte ihre ernste Miene. Allmählich dämmerte ihm wohl, daß sie keine Scherze machte, daß es ihr todernst war.
„Komm mit“, sagte er.
Willows Gemütszustand als nervös zu bezeichnen wäre mittlerweile eine glatte Untertreibung gewesen. Als sie mit dem jungen Mann durch den Wald ging, spürte sie, wie Panik sich ihrer bemächtigte. Hilflos rasten ihre Gedanken, als sie versuchte zu begreifen, wie sie in solch eine gefährliche Lage geraten konnte
– und wie um Himmels willen sie da wieder herauskommen sollte.
„Okay“, meinte sie schließlich. „Ist ja echt hübsch hier, aber ‘n bißchen gruselig. Bist du sicher, daß das eine Abkürzung ist?“
Doch der Junge schwieg immer noch. Willow war sich nicht sicher, aber ihr Instinkt warnte sie, daß dies vermutlich nicht der kürzeste Weg zur Eisdiele war. Und als ihr Begleiter plötzlich stehenblieb, sah sie, daß sie sich vor einem kleinen Mausoleum befanden.
Verwirrt starrte Willow auf den verfallenen Eingang. Vor ihr gähnte ein düsteres schwarzes Loch. Sie verspürte einen unbändigen Drang, sich einfach umzudrehen und davonzulaufen. Aber ihre Hand wurde immer noch von der des jungen Mannes fest umklammert.
„Hey“, sagte der junge Mann schließlich. „Bist du jemals in so einem Ding drin gewesen?“
Willow versuchte, sich das Zittern in ihrer Stimme nicht anmerken zu lassen: „Nein, und ich dank auch schön.“
Doch nun näherte er sich ihr und strich ihr das Haar vom Hals. Er umarmte sie und drückte sie an sich, viel enger, als sie das wollte.
„Nun komm schon“, lockte er sie mit zärtlicher Stimme. „Wovor hast du denn Angst?“
Und dann schob er sie durch den Eingang.
Starr vor Schreck stolperte Willow hinein. Sie konnte nichts sehen und blinzelte wild, als sie versuchte, ihre Augen an die Dunkelheit zu gewöhnen. Nach ein paar qualvollen Sekunden konnte sie einen kleinen Raum mit gemauerten Wänden erkennen.
Ein riesiger Sarkophag, auf dem die steinerne Figur eines Mannes lag, nahm fast den gesamten Platz ein. Hinter ihr war die Tür, durch die sie hereingekommen waren; vor sich sah sie eine wesentlich kleinere Eisentür, die fest verriegelt zu sein schien.
Willow fuhr herum. Nun konnte sie ihren Begleiter erkennen, dessen Silhouette den Eingang zum Mausoleum ausfüllte und ihr den Fluchtweg versperrte. Sie spürte ihren Herzschlag in den Ohren pochen.
„Das war nicht besonders witzig.“ Sie versuchte ruhig und beherrscht zu klingen, aber ihre Stimme verriet, daß sie kurz davor war, in Tränen auszubrechen.
Der Junge antwortete nicht. Statt dessen trat er näher. Sein Gesicht lag im Schatten. Willow wich im Halbkreis vor ihm zurück und versuchte
näher zur Tür zu gelangen.
„Ich glaube, ich gehe jetzt“, sagte sie zu ihm.
„Glaubst du das wirklich?“
Seine Stimme klang nicht mehr zärtlich. Willow hörte die Drohung heraus und machte instinktiv einen Schritt zurück, dann noch einen. Und dann wirbelte sie herum und schrie auf, als sie geradewegs in Darlas Arme lief.
Darla schien die Situation zu genießen. Sie blickte zuerst Willow an, dann ihren Begleiter.
„War das das Beste, was du kriegen konntest?“ fragte sie ihn.
„Sie ist ganz frisch.“ Die Stimme des Jungen klang, als müßte er sich verteidigen.
„Reicht wohl kaum für zwei!“ bemängelte Darla und schritt lässig die Stufen hinunter in den Raum.
„Warum hast du dir nicht selbst jemanden mitgebracht?“
„Hab ich doch.“
Sie deutete mit einer Kopfbewegung hinter sich auf den Eingang, durch den in diesem Moment ein äußerst benommener Jesse schwankte.
„Hey, warte doch mal!“ rief er Darla nach.
„Jesse!“ Erleichtert eilte Willow auf ihn zu. Er hielt sich den Hals und sah aus, als habe er Fieber. Tatsächlich schien er Willow nicht einmal zu bemerken.
„Ich glaub, du hast mir einen Knutschfleck verpaßt.“ Wieder sprach er zu Darla, die ihn geflissentlich übersah.
Willow beobachtete, wie Jesse die Hand vom Hals nahm. Blut war auf seinen Fingern, Blut an seiner Kehle. Sie starrte ihn einen Augenblick lang fassungslos an. Dann wandte sie ihren Kopf den anderen beiden Gestalten zu. Ihre Augen wurden groß.
„Hab auf dem Weg Hunger gekriegt“, meinte Darla achselzuckend.
Willow nahm Jesses Arm und versuchte verzweifelt, ihn mit sich zu ziehen. „Jesse, laß uns von hier verschwinden!“
„Ihr werdet nirgend wohin gehen“, teilte Darla ihr mit.
„Laß uns in Ruhe.“ Willow wollte ihre Stimme drohend klingen lassen, doch Darla kam so schnell auf sie zu, daß sie nicht einmal Zeit hatte zurückzuweichen.
„Ihr beide geht nirgendwohin“, wiederholte Darla eindringlich, „zuerst müssen wir essen!“
Als sie das letzte Wort ausspie, stieß sie ihr Gesicht in Willows Richtung. Und vor den entsetzten Augen des Mädchens verformten sich Darlas Züge zu einem abscheulichen Dämonenantlitz mit verwesender Haut und messerscharfen blitzenden Zähnen. Der Dämon grinste und starrte sie ausgehungert an.
Willow schrie. Sie stolperte rückwärts und fiel. Wie durch Nebelschleier sah sie den Jungen, der nun lachte und sie langsam umkreiste. Sein Gesicht war das eines Raubtieres, seine Züge so scheußlich und grausam wie die des Mädchens.
Willow wußte, daß sie sterben würde. Sie sah sich von den Kreaturen in die Enge getrieben, dolchartige Fingernägel griffen nach ihr, sabbernde Mäuler kamen immer näher, hungrig glänzende Augen starrten auf sie hinab. Und als plötzlich hinter ihnen eine Stimme ertönte, glaubte sie ihren Ohren nicht zu trauen.
„Na, das ist ja ‘ne nette Versammlung hier“, sagte die Stimme.
Buffy betrat mit Xander im Schlepptau die Gruft.
Alle blieben wie erstarrt stehen.
„Vielleicht ein kleines bißchen ungemütlich“, bemerkte Buffy und fuhr mit einer Hand über den staubigen Sarkophag, „aber mit ‘nem Spritzer Farbe und ein paar alten Sofakissen könnte man es richtig gemütlich herrichten.“
„Wer zum Teufel bist du?“ knurrte Darla.
„Wow, willst du damit sagen, es gibt wirklich noch jemanden in der Stadt, der das nicht weiß?“ gab Buffy zurück. „Das ist ja eine große Erleichterung. Denn ich sag dir – es ist ein richtiges Stück Arbeit, in dieser Stadt seine wahre Identität geheimzuhalten.“
Während Buffy die Aufmerksamkeit auf sich lenkte, schlich Xander zwischen die beiden Vampire. Von dieser unerwarteten Wendung der Dinge überrumpelt, lösten die Kreaturen langsam ihre festen Griffe, mit denen sie Willow und Jesse umklammert hielten.
„Buffy, wir müssen jetzt abhauen, ja?“ soufflierte Xander, aber Willows Begleiter hatte sich inzwischen ein wenig von seiner Überraschung erholt.
„Noch nicht!“ fauchte er.
„Okay, dann laßt uns erst mal über euer Outfit reden“, warf Buffy ihren Köder aus. „Ihr müßt auch in der Gegenwart leben, okay? Du siehst aus, als kämest du vom letzten Kuhdorf.“
Dann wandte sie sich an Darla und fügte in aller Ruhe hinzu:
„Tja, wir können es auf die harte Tour abziehen oder… also, ehrlich gesagt, es gibt nur die harte Tour.“
Darla wich nicht vom Fleck. „Für mich okay.“
„Bist du sicher?“ beharrte Buffy. „Das wird nicht besonders nett. Wir reden hier von Gewalt, und es ist absolut nicht jugendfrei.“
Während sie noch sprach, griff Willows Begleiter mit blitzartiger Geschwindigkeit von hinten an. Mit einer einzigen schwungvollen Bewegung riß Buffy einen Pfahl unter ihrer Jacke hervor und stieß ihn nach hinten. Es gab einen gedämpften Laut platzender Haut, als der Vampir sich selbst aufspießte.
Er blieb mit vor Überraschung geweiteten Augen stehen, dann stürzte er zu Boden wie ein gefällter Baum.
Buffy sah nicht einmal hin, als er zu Staub zerfiel.
„Da siehst du mal wieder, was einem alles passieren kann, wenn man ‘ne Schlägerei anfängt“, sagte Buffy zu Darla.
Xander und Willow hatte es die Sprache verschlagen. Sie konnten nur noch auf den kalten, leeren Boden starren, wo vor wenigen Sekunden noch ein lebloser Körper gelegen hatte. Darla hingegen hatte wachsam die Augen aufgerissen, war aber keineswegs eingeschüchtert. Langsam schlich sie um Buffy
herum und bereitete sich auf den Kampf vor.
„Er war noch sehr jung“, sagte sie verächtlich. „Und töricht.“
„Xander, geh jetzt!“ befahl Buffy.
„Geh nicht zu weit!“ Darlas Stimme klang ironisch.
Ohne Vorwarnung warf sie sich auf Buffy. Buffy stellte sich ihr entgegen und parierte Darlas Schläge mit der Präzision eines erfahrenen Kämpfers, während Xander Willow und Jesse hinausführte. Sie rannten so schnell sie konnten durch den Wald. Willow und Xander mußten Jesse halb tragen, halb mit sich schleifen.
Keiner sprach ein Wort. Zu sehr waren sie damit beschäftigt, die Realität dessen, was sie dort im Mausoleum erlebt hatten, zu begreifen.
Buffy… die Jägerin…
Als Buffy wieder einen wirksamen Schlag anbringen konnte, ging Darla unter Schmerzen zu Boden. Buffy war nicht mehr nach Scherzen zumute. Sie schwitzte und war außer Atem, und aus ihren Zügen war jegliche Belustigung verschwunden.
„Weißt du, ich wollte noch einmal ganz von vorn anfangen!“ schnauzte sie mürrisch, den einen Fuß auf Darlas Brust gestellt.
„So sein wie alle anderen. Freunde haben, vielleicht einen Hund… Aber nein. Da mußtet ihr herkommen. Ihr konntet euch ja nicht in ‘ner anderen Stadt verpflegen.“
„Wer bist du nur?“ Darla funkelte sie wütend an.
„Weißt du’s denn immer noch nicht?“
Doch bevor Buffy fortfahren konnte, spürte sie den Druck eines Händepaars um ihren Hals. Irgend jemand hob sie mühelos hoch, und sie baumelte einige Zentimeter über dem Boden des Mausoleums.
„Mir ist es gleich“, sagte Luke bedächtig.
Buffy hatte nicht einmal gespürt, daß er hinter ihr war. Als Luke aus der Dunkelheit ins Licht trat, schien seine gewaltige Körpermasse sie zu einem kleinen unbedeutenden Nichts schrumpfen zu lassen, und Buffy erkannte, daß ihre Chancen nun gravierend gesunken waren. Luke schleuderte sie von sich. Sie flog über vier Meter weit und landete unsanft, während sie mit dem Gesicht gegen die Mauer schlug.
Luke wandte sich zu Darla um, die sich bemühte, wieder auf die Beine zu kommen.
„Du solltest ein Opfer für den Meister bringen“, schalt er sie.
„Wir können bald die Ernte einbringen, und da vertrödelst du deine Zeit mit dieser Kleinen?“
„Wir hatten ja ein Opfer.“ Darla, die etwas verängstigt wirkte, versuchte sich zu verteidigen. „Aber dann kam sie und… und… tötete Thomas. Luke, sie ist wirklich stark.“
Luke bedachte sie mit einem verächtlichen Blick. „Geh jetzt. Ich werde mich um dieses kleine Mädchen kümmern.“
Buffy hatte sich noch nicht wieder erhoben, als Luke schon zum Angriff überging. Er machte sich keine Sorgen, daß er sie überwältigen würde, doch dieses Mal war sie bereit: Sie schlug seine Arme beiseite und trat ihm mit aller Kraft ins Gesicht. Er taumelte ein Stück zurück, fing sich jedoch sofort wieder und
traf sie mit einem harten Schlag am Kinn.
„Du bist tatsächlich stark“, murmelte Luke. Er schlug sie wieder zu Boden und stieß ein kehliges Lachen aus. „Aber ich bin stärker.“
Doch Buffy hatte nicht vor aufzugeben. Sie sammelte ihre Kräfte, befreite sich endlich aus seinem Griff und sprang auf.
Langsam umkreiste sie den Sarkophag, immer darum bemüht, einen sicheren Abstand zu halten.
„Du verschwendest meine Zeit“, sagte er ruhig.
„Ich hatte auch andere Pläne, okay?“
Luke rüttelte am Deckel des Sarkophags. Als die schwere Steinplatte auf sie zuflog, wich Buffy ihr mit einer geschickten Bewegung aus. Sie vollführte einen Salto und trat Luke mit beiden Füßen vor die Brust. Der Aufprall warf beide zu Boden, aber Buffy kam als erste wieder hoch. Sie zog ihren Pfahl hervor
und zielte damit auf die Brust des Vampirs. Doch Luke schoß blitzschnell vor und packte den Pfahl in dem Moment, als er ihn berührte.
„Glaubst du ernsthaft, du könntest mich aufhalten?“ Sein Gesicht war vor Wut verzerrt.
Er preßte seine Faust zusammen, und der Pfahl zerbrach wie ein Streichholz. Luke versetzte Buffy einen heftigen Stoß, der sie nach hinten warf.
„Du weißt ja nicht, mit wem du’s zu tun hast!“ fauchte er.
Als Sieger stand er nun über ihr. Er senkte die Stimme und begann mit der unheiligen Beschwörung.
„Wie eine Beulenpest bedeckte die Menschheit die Erde. Aber am dritten Tag des neuen Lichtes wird die Ernte kommen…“
Buffy schwebte am Rand der Bewußtlosigkeit. In ihrem Kopf lief ein Film in Zeitlupe ab – abgerissene Gedankenfetzen blitzten durch das Chaos.
Sie sah Giles, wie er in der Bibliothek stand und mit wachsender Bestürzung in alten Büchern blätterte. Nun starrte er auf eine ganz besondere Seite: einen alten Stich, der ein grausames und teuflisches Massaker zeigte…
„… und das Blut der Menschen wird fließen wie roter Wein…“ fuhr Luke fort.
Die Menschen auf dem alten Stich wanden sich in ihrem Blut, und in ihrer Mitte stand eine Gestalt mit einem dreizackigen Stern auf der Stirn, der sich an dem Lebenssaft einer Frau gütlich tat…
„… und der Meister wird wieder unter ihnen wandeln…“
Während Lukes Stimme eintönig dahinfloß, wandelte sich plötzlich das Bild. Buffy erkannte die verfallenen Ruinen einer alten Kirche, und sie spürte eine ungeheure Gefahr, die von einer in Dunkelheit gehüllten Gestalt ausging.
„… die Erde wird wieder den Alten Mächten gehören…“

„Wir holen die Polizei!“ keuchte Willow, während sie mit Xander und Jesse durch den Wald raste. „Es ist nur noch ein paar Blocks weit.“ Doch dann brach sie abrupt ab. Alle drei blieben wie angewurzelt stehen und starrten in abgrundtiefer Verzweiflung auf das Hindernis.
Drei Vampire warteten auf sie. Und als sie zurückwichen, prallten sie gegen Darla, die hinter ihnen stand und teuflisch grinste.

Buffy zwang sich, die Augen zu öffnen. Zitternd kam sie auf die Beine. Keinen Augenblick ließ sie Luke aus den Augen.
„… und die Hölle selbst wird Einzug halten in der Stadt“, beendete Luke die Beschwörung.
Buffy versuchte, sich zur Seite zu bewegen, ihm zu entkommen – aber er versetzte ihr einen gewaltigen Schlag mit der Handkante, der sie hilflos zurücktaumeln und in dem Sarkophag landen ließ. Sie fiel so hart auf den Rücken, daß die Luft aus ihren Lungen entwich. Langsam drehte sie den Kopf zur Seite und sah die verdorrte, verwesende Leiche des Sargbewohners. Sie wußte, daß sie schwer verletzt war. Sie konnte Luke nicht mehr sehen. So sehr sie ihre Augen auch anstrengte, in der Dunkelheit etwas zu erkennen – sie sah nichts außer den feuchten, schimmeligen Wänden des Sarkophags.
Er kann überall sein, wurde ihr plötzlich bewußt. Langsam und unter Schmerzen hob sie den Kopf. Nun hatte sie wirklich Angst – mehr Angst als jemals zuvor in ihrem Leben. Vorsichtig spähte sie über eine Wand des Sarkophags. Nichts.
Da war überhaupt nichts.
Mit wild klopfendem Herzen wandte sich Buffy der anderen Seite zu.
Und mit einem triumphierenden Gebrüll sprang Luke aus dem Nichts hervor, nahm ihr die Sicht und warf sich auf sie.
Außer sich vor Verzweiflung, versuchte sie ihn abzuwehren, aber er drückte sie mit Leichtigkeit nieder. Und dann starrte er sie an, betrachtete sie mit dem gierigen Hunger eines wilden Tieres.
Von seinen Zähnen tropfte ein dicker Speichelfaden. Sie spürte, wie er über ihre Wange glitt.
„Amen“, flüsterte Luke.
Dann stießen seine Zähne auf sie herab.

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 Betreff des Beitrags: Re: Buffy-Bücher: Die Sammlung
BeitragVerfasst: 25. Jul 2009, 15:45 
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11. Kapitel

Wie durch einen Nebel sah Buffy Lukes gräßliches Gesicht – Lippen, wie die Lefzen eines Wolfs vom Zahnfleisch zurückgezogen, das gierig aufgesperrte Gebiß, das sich näher und näher auf ihren Hals herabsenkte. Sie kämpfte mit all ihrer Kraft, doch es war vergebens.
Mit einem blitzschnellen Schnitt seiner Fingernägel riß Luke ihr Hemd auf, gerade so weit, daß ihr Hals frei lag. Buffy schnappte nach Luft, wappnete sich gegen den brennenden Schmerz des Bisses – doch statt dessen stieß Luke einen schrillen
Schrei aus und ließ von ihr ab. Buffy starrte verblüfft zu ihm auf. Ihr Kopf dröhnte. Von seiner Hand stieg Rauch auf. Er starrte mit vor Schrecken geweiteten
Augen auf seine Handfläche. Als Buffy auf ihre eigene Brust blickte, sah sie dort das silberne Kreuz liegen – das Kreuz, das ihr der Fremde auf der
Straße vor wenigen Stunden gegeben hatte. Irgendwie war es aus der Innentasche des Hemdes gerutscht und während des Kampfes mit Lukes Hand in Berührung gekommen. Buffy verlor keine Zeit. Mit neugewonnener Kraft trat sie mit beiden Beinen nach Luke und schleuderte ihn aus dem Sarkophag.
Und bevor er sich wieder aufrappeln konnte, hatte sie die Tür schon erreicht.
Doch der Kampf hatte sie mehr mitgenommen, als sie wahrhaben wollte. Sie stolperte durch den Wald, kämpfte gegen den Schwindel, der ihre Beine zu Gummi werden ließ. Jeder Atemzug schmerzte. So schnell sie konnte, rannte sie über den Friedhof. Als sie den Waldrand erreichte, hielt sie an und blickte
zum Mausoleum zurück. Nichts.
Niemand schien ihr zu folgen, nicht einmal die Schatten der Bäume bewegten sich.
Und dann hörte sie Willow schreien: „Nein! Neeein! Laß mich los!“
Mit neuer Energie rannte Buffy in die Richtung, aus der die Stimme gekommen war. Schon von weitem sah sie Willow auf dem Boden liegen und mit einem Vampir ringen. Gnadenlos hielt die Kreatur Willow umklammert. Er wollte sich eben über ihren Hals beugen, als er von Buffy überrascht wurde und aufblickte.
Auf diese Gelegenheit hatte Buffy gewartet. Mit einem raschen Tritt mitten ins Gesicht schickte sie ihn zu Boden, wo er ausgestreckt liegenblieb. Er stöhnte, rappelte sich aber wieder hoch, hielt sich die schmerzende Nase und wandte sich zur Flucht.
Buffy stand einen Augenblick still und schöpfte Atem. All ihre Sinne waren nun angespannt, und mit wütenden Blicken suchte sie die Umgebung ab. Ein Knacken, gefolgt von unmißverständlichen Kampfgeräuschen, erregte ihre Aufmerksamkeit.
Sie ließ Willow allein auf dem Boden sitzen, zitternd und mit geweiteten Augen. Das Mädchen saß noch eine Weile da und versuchte, wieder zu sich zu kommen, doch dann stand es schließlich auf und folgte Buffy. Buffy mußte nicht lange suchen. Bald hatte sie Xander entdeckt, der bewußtlos in den Armen zweier Vampire lag. Als sie die unwillkommene Präsenz eines Dritten spürten, drehten sich die beiden Kreaturen um.
Doch es war nicht Buffy, die plötzlich zwischen den Bäumen erschien – es war Willow. Und als Willow erkannte, daß sich Xander in tödlicher Gefahr befand, schien sie sich vor den erstaunten Blicken der beiden Kreaturen zu verwandeln. Ihre Augen nahmen einen wilden, drohenden Ausdruck an.
Die Vampire wandten sich in die andere Richtung – und erblickten Buffy, die sich ihnen in den Weg stellte, um sie an der Flucht zu hindern.
Mit geballter Kraft sprang die Jägerin in die Höhe, zog die Knie an und trat jeden ihrer Kontrahenten mit ungeheurem Schwung gegen die Brust. Den Vampiren blieb die Luft weg, und sie stürzten zu Boden. Verzweifelt versuchten sie, wieder auf die Beine zu kommen, um zu fliehen.
Doch sie waren nicht schnell genug.
Buffy packte den Ast eines Baumes, brach ihn ab und hielt ihn wie einen Pfahl vor sich. Mit einem sauberen Stoß spießte sie den einen Vampir auf, während der andere um sein Leben rannte. Willow lief zu Xander, kniete neben ihm und wiegte seinen Kopf in den Armen. Erleichtert beobachtete sie, wie er das
Bewußtsein wiedererlangte. Nachdem er ein paarmal geblinzelt hatte, sah er mit gerunzelter Stirn zu ihr auf und bemühte sich um seine übliche Nonchalance.
„Xander, ist alles in Ordnung?“ fragte Willow leise.
„Mann…“ Xander schien nicht genau zu wissen, wo er sich befand. „Da hat mich was getroffen…“
Buffy suchte mit sorgenvoller Miene die Umgebung ab. „Wo ist Jesse?“
Erst jetzt fiel Willow auf, daß er nicht da war. „Ich weiß es nicht“, sagte sie kopfschüttelnd. „Sie hatten uns umzingelt und…“
„Das Mädchen hat ihn geschnappt“, murmelte Xander. „Hat ihn mitgenommen.“
„In welche Richtung?“ wollte Buffy wissen, aber Xander sah sie nur verständnislos an. „Ich weiß es nicht.“
Buffy starrte in die Dunkelheit. Sie schärfte all ihre Sinne, streckte ihre Fühler aus, bemühte sich, die Nacht zu durchdringen – aber da war nichts.
Gar nichts.
Buffy fühlte, wie ihr das Herz schwer wurde.
„Jesse“, flüsterte sie.


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 Betreff des Beitrags: Re: Buffy-Bücher: Die Sammlung
BeitragVerfasst: 25. Jul 2009, 16:28 
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12. Kapitel

Am nächsten Morgen sah die Lage auch nicht rosiger aus.
Selbst in der friedlichen Schulbibliothek hatte sich die Atmosphäre des unentrinnbaren Schicksals verdichtet. Keiner von ihnen hatte geschlafen, und Jesse wurde immer noch vermißt. Buffy konnte sich nicht entsinnen, jemals so viel Schmerzen gehabt zu haben. Ihr ganzer Körper tat weh, und ihr Kopf fühlte
sich dumpf an. Sie mußte die Verletzungen vor ihrer Mutter verbergen und stellte deshalb Giles’ ganzes Büro auf der Suche nach provisorischem Verbandszeug auf den Kopf. Giles stand am Geländer der Galerie und bemühte sich darum, Xander und Willow verständlich zu machen, worum es ging.
„Diese Welt ist älter, als irgendeiner von euch ahnt“, sagte er in feierlichem Ton und drehte an einem Globus, um seinen Worten noch mehr Gewicht zu verleihen. „Entgegen der volkstümlichen Mythologie war ihr Ursprung keinesfalls das Paradies. Ungezählte Äonen lang war die Erde ein Hort der Dämonen.
Sie haben sie zu ihrem Heim gemacht… zu ihrer Hölle.“
Willow und Xander lauschten aufmerksam. Ihre Mienen waren ebenso ernst wie die des Redners.
„Im Laufe der Zeit verloren sie ihren Halt in der Wirklichkeit“, fuhr Giles fort und trug einen Armvoll Bücher die Treppe herunter, „und der Weg war frei für die sterblichen Tiere. Für die Menschen. Von den Alten Mächten blieben nur noch ein paar Spuren.“
„Wie zum Beispiel Vampire“, ergänzte Buffy. Sie war endlich wieder aus Giles’ Büro aufgetaucht und wickelte einen Verband um ihren Unterarm. Sichtlich erregt stand Xander auf.
„Okay, und damit habe ich ein Problem, wißt ihr?“ Er runzelte die Stirn. „Wir reden hier über Vampire, und dabei glaube ich gar nicht an ihre Existenz.“
„Hast du sie letzte Nacht denn nicht gesehen?“ fragte Willow.
„Ach, das waren doch keine Vampire“, scherzte Buffy. „Das waren bloß ein paar Typen, die ganz dringend ein Lifting brauchen. Oder vielleicht hatten sie ja die Tollwut. Und der Typ, der zu Staub zerfallen ist, war bloß ‘ne Lichtspiegelung.“ Sie achtete nicht auf Xanders wütenden Blick und schaute ihn ihrerseits
voller Verständnis an. „Genau das hab ich auch gesagt, als ich zum ersten Mal einen Vampir sah. Ich meine, nachdem ich aufgehört hatte, mir die Seele aus dem Leib zu schreien.“
„Ich glaub, ich muß mich mal setzen“, sagte Willow.
„Du sitzt doch schon“, erinnerte Buffy sie.
„Oh.“ Willow nickte mit leerem Blick. „Schön für mich.“
„Also sind Vampire Dämonen?“ fragte Xander, aber seine Stimme klang immer noch zweifelnd.
„In den Büchern steht“, fuhr Giles fort, „daß der letzte Dämon, der die Wirklichkeit verließ, einen Menschen aussaugte und sein Blut mit dem seines Opfers vermischte. Er hinterließ eine Menschengestalt, die von der Seele des Dämonen besessen oder infiziert war.“ Giles reichte Xander eines der schweren
Bücher. „Der biß einen anderen… und so wandeln sie über die Erde und suchen neue Opfer. Manche töten sie, mit anderen vermischen sie ihr Blut, um sich zu vermehren. Sie warten darauf, daß die Tiere aussterben und die Alten Mächte zurückkehren.“

Weit unterhalb der Erdoberfläche, dort, wo die Morgensonne nicht hin gelangte, schleppten Luke und Darla Jesse durch den dunklen, feuchten Tunnel zur Kirche. Immer wieder stolperte Jesse und wurde nur durch den festen Griff der Untoten gehalten. Er war mittlerweile aus seiner Bewußtlosigkeit erwacht, und während sich seine Augen allmählich an die Dunkelheit gewöhnten, schnürte die wachsende Angst ihm die Kehle zu. Er studierte die beiden unmenschlichen Gesichter neben sich und musterte dann den Tunneleingang, durch den sie ihn schleppten. Er hatte den Eindruck, sie befänden sich in einem alten riesenhaften Leitungsrohr, dessen schimmlige Wände von Rissen durchzogen wurden.
Als sie das Ende des Tunnels erreicht hatten, stießen ihn seine Begleiter brutal über Mauerreste hinweg auf den kalten, feuchten Steinboden.
Vor Schreck riß er die Augen weit auf. Angstvoll betrachtete er seine Umgebung. Es sah aus wie eine Kirche – oder es war zumindest einmal eine Kirche gewesen–, aber nun war es ein übler, grauenerregender Ort; das spürte er mit jeder Faser seines Körpers.
Jesse blickte sich um, und seine Furcht paarte sich auf eine seltsame Weise mit Neugierde. Er konnte jetzt erkennen, daß er vor einem Altar stand. Aber was war das? Es sah aus wie ein zähflüssiger roter Teich…
Und dann trat etwas aus der Finsternis heraus, wuchs aus den endlosen Schatten empor und schritt langsam auf ihn zu.
Der Meister betrachtete seinen Diener mit einem kalten majestätischen Blick. Er schaute von Luke zu Jesse und wieder zu Luke. Endlich begann er zu sprechen.
„Ist dies für mich?“
„Ein Opfer, Meister“, erwiderte Luke demütig.
„Ein gutes Opfer“, fügte Darla hinzu. „Sein Blut ist rein.“
Die Stimme des Meisters blieb ruhig. „Du hast es probiert.“
Als Darla ihren Fehler bemerkte, trat sie vor Furcht einen Schritt zurück. Der Meister schenkte ihr ein höhnisches Lächeln.
„Ich bin dein treuer Hund. Du bringst mir die Abfälle.“
„Ich hab es nicht gewollt“, stammelte Darla, aber der Meister fiel ihr ins Wort.
„Ich habe lange gewartet. Sechzig Jahre habe ich gewartet. Während euresgleichen kommt und geht, wie es euch beliebt, saß ich hier fest.“ Seine Stimme erhob sich, bebte vor Macht.
„Hier, in einem Gebetshaus. Doch meine Auferstehung steht kurz bevor.“
Er beugte sich zu Darla hinab und packte ihr Gesicht mit festem Griff.
„Darum bete“, fauchte er, „daß ich in besserer Laune bin, wenn es soweit ist.“
„Meister, vergebt mir“, flehte Darla ihn an. „Wir hatten mehr Opfer für Euch, aber es hat Schwierigkeiten gegeben. Da war ein Mädchen…“ Luke nickte bestätigend. „Sie konnte kämpfen, und sie wußte über uns Bescheid. Es ist möglich, daß sie ein…“
Der Meister wandte sich zu ihm um. Seine Mimik verriet nicht die geringste Erregung. „Daß sie ein Jäger ist?“

„Und was genau soll das sein? Ein Jäger!“ Xander sprach das Wort aus, als handelte es sich um die Pointe eines Witzes.
„Solange es Vampire gibt, hat es auch immer eine Jägerin gegeben“, fuhr Giles in seiner Erklärung fort. „Ein Mädchen auf der ganzen Welt…“
„Diesen Teil liebt er besonders“, unterbrach ihn Buffy.
„Na schön“, lenkte Giles ein und zählte in sachlicherem Ton noch ein paar Tatsachen auf: „Sie jagen Vampire, und wenn ein Jäger stirbt, wird der nächste berufen. Buffy ist eine Jägerin, aber das muß unter uns bleiben.“ Er hielt inne und schöpfte Atem. „Ich glaube, das ist alles, was ihr über Vampire wissen müßt.“
„Etwas fehlt noch“, meldete sich Xander wieder zu Wort. „Wie bringt man sie um?“
„Das brauchst du nicht zu wissen“, beruhigte ihn Buffy. „Das ist ja nun mal leider mein Job.“
„Aber Jesse…“
„Für Jesse bin ich verantwortlich. Ich ließ es zu, daß sie ihn schnappten.“
Xander runzelte die Stirn. „Das stimmt doch gar nicht.“
„Wenn du nicht gekommen wärst“, sagte Willow, „hätten sie uns auch geschnappt… Hat jemand was dagegen, wenn ich jetzt ohnmächtig werde?“
„Atme tief ein!“ befahl Buffy.
Willow nickte.
Buffy wandte sich an Giles. „Dieser große Kerl, dieser Luke, sprach von einem Opfer für den Meister. Ich weiß nicht, wer oder was das Opfer sein soll, aber wenn es ihnen nicht nur darum ging, ihren Hunger zu stillen, könnte Jesse noch leben. Und das heißt, ich muß ihn finden.“
Willow, die sich nun etwas beruhigt hatte, machte einen Vorschlag: „Sollten wir nicht die Polizei verständigen?“
„Und die wiederum verständigen die Männer mit den weißen Jacken“, erwiderte Xander prompt.
„Wir müssen ja nicht gleich von Vampiren reden“, stammelte Willow. „Wir könnten einfach sagen, da war ein böser Mann.“
Buffy schüttelte ungeduldig den Kopf. „Sie könnten ja doch nichts ausrichten, selbst wenn sie kämen. Vampire erschießt man nicht mit Pistolen.“
„Du hast keine Ahnung, wohin sie Jesse verschleppt haben könnten?“ erkundigte sich Giles.
„Ich hab mich umgesehen, aber sobald sie aus dem Wald heraus waren, können sie auch ganz einfach“, Buffy machte eine schnelle Handbewegung, „und tschüs.“
„Können sie etwa fliegen?“ Xander staunte.
„Nein, aber Autofahren.“ ‘
„Ach.“
Willow versuchte sich zu erinnern. „Ich meine nicht, daß ich ein Auto gehört hätte.“
„Nun, dann laßt mal eure Vorstellungskraft spielen und nehmt an, daß sie einfach unter der Erde verschwunden sind“, sagte Giles.
„Vampire rotten sich gern in der Kanalisation zusammen“, erklärte Buffy. „Dort können sie sich ungehindert unter der ganzen Stadt bewegen, ohne einen einzigen Sonnenstrahl abzukriegen. Aber ich habe in der Gegend keinen Einstieg gesehen.“
Xander zuckte die Achseln. „Es gibt auch noch Elektroschächte. Die ziehen sich auch unter der ganzen Stadt lang.“
Giles erwog diese Möglichkeit einen Augenblick lang. „Wenn wir einen Plan des Tunnelsystems hätten, könnten wir vielleicht ihren Versammlungsort finden. Ich denke, wir sollten zur Stadtverwaltung gehen und…“
„Wir haben ja auch alle Zeit der Welt“, unterbrach ihn Biiffy.
„Äh, Leute?“ warf Willow zaghaft ein. „Vielleicht gibt’s ja noch eine andere Möglichkeit.“

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 Betreff des Beitrags: Re: Buffy-Bücher: Die Sammlung
BeitragVerfasst: 25. Jul 2009, 16:54 
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13. Kapitel

„Eine Jägerin.“ Der Meister dachte über diese Möglichkeit nach. „Hast du denn einen Beweis?“
Luke antwortete mit einem höhnischen Grinsen. „Nun, sie hat mit mir gekämpft und ist immer noch am Leben.“
„Das ist schon fast ein Beweis“, gab der Meister zu. „Ich kann mich nicht mehr erinnern, wann dies zuletzt geschehen ist.“
„Achtzehnhundertdreiundvierzig.“ Luke sah fast verlegen aus. „In Madrid. Hat mich im Schlaf erwischt.“
Der Meister deutete ein Nicken an. „Man darf ihr nicht gestatten, die Ernte zu stören.“
„Das würde ich niemals zulassen.“
Der Meister ignorierte diese Bemerkung. „Sie wird von allein zu uns kommen.“ Als seine Diener ihn fragend ansahen, fügte er hinzu: „Wir haben hier etwas, das sie zurückhaben will. Wenn sie wirklich die Jägerin ist, wird sie versuchen, den Jungen zu befreien.“
Luke ging zu Jesse hinüber. Sein ohnehin scheußliches Gesicht verzog sich zu einer makaberen Grimasse.
„Und ich dachte schon, du wärst nicht mehr als eine kleine Mahlzeit.“ Er kicherte vor sich hin. „Meinen Glückwunsch, Junge, du bist gerade zum Lockvogel aufgestiegen.“
Wie der Meister es vorausgesagt hatte, war Buffy in diesem Augenblick mit einem Befreiungsplan beschäftigt.
„Da ist es!“ sagte sie eifrig. Willow saß am Computer, während die anderen um sie herumstanden. Auf dem Bildschirm war der vollständige Plan der
städtischen Kanalisation zu sehen.
„Hier verläuft der Schacht unter dem Friedhof“, erklärte Willow und tippte auf den Monitor.
Xander schüttelte den Kopf. „Aber ich sehe keinen Eingang.“
„Sind alle Pläne der städtischen Versorgungseinrichtungen der Öffentlichkeit zugänglich?“ erkundigte sich Giles.
„Ähm, ja, also, das ist so“, sagte Willow und zog verlegen die Nase kraus. „Ich bin mal drüber gestolpert, als ich zufällig… den Sicherheitscode des Gemeinderats entschlüsselt habe.“
Xanders Aufmerksamkeit blieb auf den Bildschirm gerichtet.
„Also wirklich! So ein freches kleines Mädchen…“
„Da gibt’s nichts zu finden“, ließ sich Buffy enttäuscht vernehmen. „Es war völlig umsonst!“
„Ich finde, du solltest dir nicht soviel aufbürden“, versuchte Giles sie zu trösten, aber Buffy wandte sich verzweifelt an ihn.
„Sie haben doch selbst gesagt, ich sei nicht genügend vorbereitet. Ich dachte schon, ich hätte die Oberhand, da kam dieses Ungeheuer irgendwo aus dem Nichts…“ Sie brach abrupt ab, und Xander blickte zu ihr auf.
„Was ist?“ fragte er.
Plötzlich hatte die Erinnerung eingesetzt. Die Geschehnisse der vergangenen Nacht standen ihr klar vor Augen. „Er kam nicht aus dem Nichts“, sagte sie aufgeregt. „Er stand plötzlich hinter mir. Aber ich hatte den Eingang im Blickfeld. Er kam von hinten, und er folgte mir nicht nach draußen.“ Sie sah die
anderen an. „Der Eingang zum Tunnelsystem befindet sich im Mausoleum.“
„Bist du sicher?“ Giles richtete sich auf.
„Das Mädchen muß mit Jesse zurückgelaufen sein, nachdem ich draußen war“, fuhr Buffy fort. „Mann, das ist endlich mal eine Herausforderung!“
Xander trat einen Schritt zurück, er fieberte nach Aktion.
„Wie sieht dein Plan aus? Satteln wir die Pferde?“
„Es gibt kein ,wir’“, gab ihm Buffy zu verstehen. „Ich bin der Jäger, nicht ihr.“
„Ich wußte, daß du mir den Brocken ins Gesicht schmeißen würdest“, grollte Xander.
„Xander, das ist wirklich total gefährlich.“
„Ich bin der Sache nicht gewachsen. Na toll. Ich bin kein richtiger Mann.“
Xander kehrte ihr den Rücken zu und schritt beleidigt davon. Willow warf ihm einen mitfühlenden Blick hinterher und wandte sich dann an Buffy: „Ich bin ehrlich nicht besonders scharf darauf, in eine düstere Höhle voller Ungeheuer zu gehen, aber ich möchte dir wirklich helfen. Ich muß dir helfen.“
„Du kannst ihr helfen, indem du mir hilfst“, schaltete sich Giles ohne Zögern ein. „Ich habe Nachforschungen über diese Sache mit der Ernte angestellt. Scheint mir so eine Art vorbestimmtes Massaker zu sein. Ströme von Blut, die Hölle auf Erden… Ziemlich unappetitlich. Ich bin mir jedoch über die Einzelheiten noch nicht im klaren, aber möglicherweise könntest du dieser schrecklichen Maschine noch ein paar weitere Informationen abringen?“ Er hielt inne und blickte in ihre verständnislosen Gesichter. „Das war vielleicht ein bißchen zu englisch, nicht wahr?“ gab er zu und war verlegen.
Buffy grinste. „Willkommen in der Neuen Welt.“
„Ich möchte, daß du dich ins Internet einklinkst“, versuchte Giles es erneut.
„Oh!“ Jetzt strahlte Willow. „Klar, das krieg ich hin.“
„Dann mach ich mich jetzt auf die Socken“, verkündete Buffy.
„Wenn Jesse noch am Leben ist, bringe ich ihn zurück.“
Giles trat einen Schritt vor, und seine strenge Miene wurde ein wenig milder. „Muß ich dir sagen, daß du vorsichtig sein sollst?“
Buffy blickte ihm einen Moment lang schweigend in die Augen. Dann verließ sie den Raum.
Sie lief über das Schulgelände zum äußeren Tor. Es stand weit offen. Doch bevor sie es passieren konnte, stand plötzlich Mr. Flutie hinter ihr.
„Und wo gedenken wir hinzugehen?“ sagte er zur Begrüßung
„Wir?“ fragte Buffy voller Unschuld. „Ach, Sie meinen ich?“
Mr. Flutie sah sie gönnerhaft an. „Wir wollen doch nicht etwa das Schulgelände verlassen, oder?“
„Nein! Ich will nur… ich bewundere diesen Zaun. Das ist echte Handwerksarbeit.“
„Denn wenn wir am zweiten Tag in der neuen Schule das Schulgelände verlassen würden, nachdem wir von der alten Schule wegen unbotmäßigen Verhaltens verwiesen wurden…“
Der Schulleiter legte eine Pause ein und holte tief Luft. „Du verstehst doch, worauf ich hinaus will?“
Buffys Gedanken arbeiteten fieberhaft. „Mr. Giles!“ rief sie plötzlich aus.
„Was?“
„Er bat mich, ihm ein Buch zu besorgen“, erklärte Buffy.
„Aus dem Laden, weil ich eine Freistunde habe.“
Mr. Flutie starrte sie nur an. „Mr. Giles.“
„Fragen Sie ihn nur.“
Doch Mr. Flutie ging um sie herum, schloß das Tor und schob den Riegel vor. Dabei schimpfte er ohne Unterbrechung vor sich hin: „Vielleicht halten sie es ja in England so, wo sie ihre königliche Familie haben, und der Himmel mag wissen, welche Probleme noch. Aber hier auf der Sunnydale High School verläßt niemand den Campus, solange noch Unterricht ist. Haben wir uns verstanden?“
Buffy blickte ihn unverwandt freundlich an. „Wir haben uns verstanden.“
„Das ist die Buffy Summers, die ich in meiner Schule haben möchte: Ein vernünftiges Mädchen, das mit beiden Beinen fest auf der Erde steht.“ Der Schulleiter lächelte sie freundlich an, bevor er sich umdrehte und davonging. Einen kurzen Augenblick lang betrachtete Buffy ihre Beine.
Dann nahm sie Anlauf, hüpfte über den Zaun und landete geschickt auf der anderen Seite.
Sie warf einen hastigen Blick über die Schulter, und dann rannte sie.
Willow und Xander verließen die Bibliothek gemeinsam. Die Schulglocke hatte geläutet, und die Schüler begaben sich bereits in die Klassenräume.
„Mord, Tod, Katastrophen“, murmelte Willow und vervollständigte im Gehen die Liste in ihrem Notizbuch. „Was noch?“
„Paranormale, unerklärliche Vorgänge.“ Xander dachte eine Minute lang nach und fragte dann: „Hast du auch Naturkatastrophen?“
Willow nickte. „Erdbeben, Sturmfluten…“
„Krötenregen.“
„Klar.“
„Krötenregen.“ Xander klang ein wenig ungläubig. „Soll’s da wirklich Berichte drüber geben?“
„Ich gebe es in die Suchliste ein. Wenn’s was drüber gibt, wird es auch erscheinen. Irgendwas, das uns zu Vampiren führt.“
„Ich bin echt ‘ne tolle Hilfe, wenn ich daneben stehe wie ein Idiot.“
„Nicht wie ein Idiot“, tröstete Willow ihn. „Du bist mir eine moralische Stütze. Buffy will nicht, daß dir was passiert.“ Sie warf ihm einen Seitenblick zu und fuhr mit leiserer Stimme fort: „Und ich übrigens auch nicht.“ Mittlerweile waren sie vor Willows Klassenzimmer angelangt und blieben vor der Tür stehen.
„Das ist einfach zu viel“, seufzte Xander. „Gestern noch war mein Leben von der Frage bestimmt: ,Schaffe ich es, sie rumzukriegen?’ Und heute? Krötenregen.“
„Ich weiß“, pflichtete Willow ihm bei und warf einen Blick auf die anderen Schüler. „Und alle um uns herum glauben, es ist ein Tag wie jeder andere.“
„Keiner weiß es. Es ist, als hätten wir ein großes Geheimnis.“
„Haben wir ja auch. So ist das eben mit Geheimnissen: Du weißt etwas, das die andern nicht wissen.“ Ihre sanfte Ironie war an Xander verschwendet.
„Genau“, meinte er. „Tja, du gehst jetzt wohl besser mal in deine Klasse.“
„Du meinst ,wir’. Wir sollten jetzt mal lieber in unsere Klassen gehen.“
„Ja.“
„Buffy wird schon klarkommen“, versicherte sie ihm. „Was auch immer da unten ist – sie wird damit fertig, glaub ich.“
„Ich glaub’s ja auch.“
„Ganz bestimmt.“ Aber wenn wir uns wirklich so sicher sind, warum versichern wir es uns dann gegenseitig? überlegte Willow.

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 Betreff des Beitrags: Re: Buffy-Bücher: Die Sammlung
BeitragVerfasst: 25. Jul 2009, 17:06 
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14. Kapitel

Wieder einmal überquerte Buffy den Friedhof. Den Weg zum Mausoleum kannte sie inzwischen.
Außer einem schwachen Lichtschein, der durch den Eingang drang, war es in der Gruft so dunkel wie in der vergangenen Nacht. Buffy schob sich vorsichtig Millimeter um Millimeter weiter in die Düsternis. Unentwegt suchte sie mit den Augen die Umgebung ab. All ihre Sinne warnten sie, daß dort etwas
im Verborgenen lauerte. Aber die Schatten waren zu dicht, sie gaben nichts preis.
Sie tastete sich bis zu der Eisentür am anderen Ende des Raums vor und drückte die Klinke herunter. Aber ohne Erfolg. Die Tür war zugesperrt. Entmutigt ließ sie die Arme sinken und atmete einmal tief aus. Dann sagte sie, ohne sich umzudrehen:
„Ich schätze, du hast den Schlüssel nicht dabei?“
Einen Augenblick lang herrschte Schweigen. Und dann trat der geheimnisvolle Typ aus der Dunkelheit. In seinen Augen glomm ein schwaches Lächeln.
„Sie haben es nicht so gern, wenn ich unangemeldet vorbeischaue“, erklärte er.
„Warum nicht?“
„Ich glaube, sie mögen mich nicht besonders.“
„Woher kommt das nur?“ fragte Buffy ironisch.
„Ich wußte, daß du diesen Eingang früher oder später finden würdest“, sagte er, ohne auf ihre Bemerkung einzugehen. „Ehrlich gesagt hatte ich früher damit gerechnet.“
„Tut mir leid, daß du solange warten mußtest“, entgegnete Buffy. „Hör mal, wenn du schon jedesmal, wenn wir uns treffen, den Schlaumeier mimen mußt – kannst du mir dann wenigstens mal deinen Namen sagen?“
Erneutes Schweigen. „Angel“, sagte er endlich.
„Angel.“ Sie wartete darauf, daß er ihr auch seinen Nachnamen verraten würde. Aber er schwieg bereits wieder. „Ist aber ‘n hübscher Name.“
„Geh da nicht runter.“ Die Warnung kam ruhig, fast beiläufig. Buffy tat sie mit einem Achselzucken ab.
„Du kannst dich darauf verlassen, daß ich da runtergehe.“
„Du solltest dein Leben nicht so aufs Spiel setzen. Heute nacht ist die Ernte. Wenn du sie nicht verhinderst“, seine Stimme senkte sich zu einem Flüstern, „wird der Meister auferstehen.“
Doch Buffy blieb stur. „Wenn dieses Ernteding so ein Blutsaugerfest ist – warum verhinderst du es dann nicht?“
„Weil ich Angst habe.“
Es war eine Antwort, die sie nicht erwartet hatte und auf die sie nicht im mindesten vorbereitet war. Die schamlose Offenheit seiner Beichte erschütterte sie zutiefst. Sie starrte in sein Gesicht, das im schwachen Licht nur als Umriß zu erkennen war.
Dann trat sie die Tür ein.
„Sie werden dich erwarten“, sagte Angel.
„Da unten ist ein Freund von mir. Na ja, er könnte zumindest einmal einer werden.“ Oder war er mal einer? schoß es ihr durch den Kopf. Aber diesen Gedanken sprach sie nicht aus.
„Wenn du auf das Tunnelsystem stößt, halte dich nach Osten in Richtung Schule. Dort wirst du sie höchstwahrscheinlich finden.“
„Willst du mir kein Glück wünschen?“ Wieder schwieg Angel. Und wieder starrte Buffy ihn an. Dann drehte sie sich abrupt um und verschwand in der Dunkelheit. Angel sah ihr nach. Er stand eine ganze Weile reglos da, und seine Miene drückte Besorgnis aus.
„Viel Glück“, sagte er leise.

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 Betreff des Beitrags: Re: Buffy-Bücher: Die Sammlung
BeitragVerfasst: 25. Jul 2009, 17:16 
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15. Kapitel

Die dunklen Röhren verzweigten sich zu einem weitläufigen System und verliefen in alle Richtungen. Sie breiteten sich unter der Stadt aus wie ein verborgenes Labyrinth. Während Buffy vorsichtig eine Treppe herunterschritt, fragte sie sich, ob sie jemals wieder ans Tageslicht zurückfinden würde.
Sie verharrte einen Augenblick und musterte die Umgebung. Feuchte, übelriechende Luft wehte über sie hinweg, und aus weiter Ferne hörte sie das Echo fallender Tropfen. Als ihr eine Ratte über den Fuß huschte, zuckte Buffy nicht einmal zusammen. Sie entschied sich für einen der vielen Tunnel, der – so
hoffte sie – nach Osten führte. Sie bewegte sich mit äußerster Vorsicht; ihre Sinne erforschten jeden Riß, jede Felsspalte und jede Ansammlung von
Schatten. Grimmig dachte sie, daß dies die perfekte Brutstätte für die Untoten war. Sie wußte, daß sie überall sein konnten, daß sie sie möglicherweise beobachteten und auf sie warteten. Mit klopfendem Herzen folgte sie Schritt für Schritt dem Verlauf des Tunnels.
An einer Biegung hielt sie an und spähte um die Ecke. Dieser Durchgang schien ebenfalls verlassen zu sein, und doch zögerte sie noch einen Moment länger und strengte ihre Ohren an, um in der unheimlichen Stille einen Laut auszumachen. Dann setzte sie sich wieder in Bewegung, die Nerven zum Zerreißen gespannt.
Hatte sie da nicht etwas gehört? Sie wirbelte herum, schlich auf ihrer eigenen Spur zurück und blickte um die Mauerecke in einen weiteren Tunnel.
Dort lag alles im Dunkeln. Sie hörte das vage Summen eines undeutlichen Geräusches, aber nichts, was sie näher bestimmen konnte.
Buffy neigte ihren Kopf leicht zur Seite… und merkte, daß er genau hinter ihr war. Einen schrecklichen Augenblick lang war sie wie erstarrt. Ihr Körper spannte sich, bereitete sich auf den Angriff vor, und dann fuhr sie herum.
„Hast du etwas gesehen?“
„Xander!“ brach es aus Buffy hervor. „Was hast du denn hier zu suchen?“
„Etwas Dummes. Ich bin dir gefolgt.“ Xander schien nicht im geringsten verlegen. „Ich konnte einfach nicht rumsitzen und gar nichts tun!“
Buffy starrte ihn an und wußte nicht, ob sie lachen oder schreien sollte. „Verstehe. Und jetzt geh!“
„Nein!“
„Xander, du mußt abhauen!“
„Jesse ist mein Freund, okay?“ beharrte Xander. „Wenn ich ihm helfen kann, muß ich es auch tun.“
Buffy schwieg und erwog, ob er es ehrlich meinte.
„Und außerdem hätte ich sonst Chemie“, fügte Xander hinzu.
Buffy stieß einen Seufzer aus.
Ohne ein weiteres Wort liefen sie den Tunnel entlang. Als sie an sein Ende gelangten, hielten sie inne, um zu lauschen. Aber nicht das geringste Geräusch drang an ihre Ohren. Immer weiter suchten sie mit den Augen die Finsternis ab, während sie sich entschlossen vorantasteten. Sie blieben dicht beieinander. Jeder Muskel war angespannt.
„Okay“, meinte Xander und zählte ein paar Dinge auf, um sich zu wappnen: „Kreuze, Knoblauch, Pfahl durchs Herz.“
„Das erledigt sie“, versicherte ihm Buffy.
„Cool. Ehrlich gesagt hab ich aber nichts davon bei mir.“
Buffy warf ihm einen Blick zu und händigte ihm das Kreuz aus. „Da hast du dich aber gut vorbereitet.“
„Der Teil von meinem Gehirn, der mich daran hätte erinnern sollen, diese Dinge mitzubringen, war damit beschäftigt, mich davon abzuhalten, hierherzukommen“, verteidigte sich Xander. „Immerhin hab ich ja das hier mitgebracht.“
Er zog eine Taschenlampe hervor und knipste sie an. Der grelle Lichtstrahl durchschnitt die Dunkelheit, beleuchtete tropfnasse Wände und schlammige Pfützen zu ihren Füßen.
„Mach sie aus!“ zischte Buffy, und Xander beeilte sich, der Aufforderung nachzukommen.
„Okay, okay“, lenkte er ein. „Also, was gibt’s noch?“
„Wie meinst du das?“
„Na, für das Vernichten der bösen Vampire.“
Buffy seufzte. „Feuer, Enthaupten, Sonnenstrahlen, Weihwasser… das Übliche eben.“
„Hast du während deiner Laufbahn auch schon mal so ein bißchen enthauptet?“ Xanders Stimme war bei dem letzten Wort nicht mehr als ein Krächzen.
„Ja, klar. Einmal wurde ich von diesem Vampir festgehalten – er spielte übrigens als rechter Stürmer in der Schulmannschaft, bevor er… jedenfalls hatte er so ‘nen richtig dicken Stiernacken, und ich hatte bloß ein kleines Küchenmesser, um mich zu verteidigen…“
Sie brach abrupt ab, als sie bemerkte, daß Xander sie mit offenem Mund anstarrte.
„Du findest die Geschichte nicht gut“, warf sie ihm vor.
Xander schaffte es, ein Schaudern zu unterdrücken.
„Ehrlich gesagt finde ich sie seltsamerweise ziemlich beruhigend“, murmelte er vor sich hin.

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 Betreff des Beitrags: Re: Buffy-Bücher: Die Sammlung
BeitragVerfasst: 25. Jul 2009, 18:29 
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16. Kapitel

In der Bibliothek stellte Giles seine eigenen Nachforschungen an. Er hatte die alten Bücher vor sich auf dem Tisch ausgebreitet und sah gespannt von einem zum anderen. Er las einzelne Passagen und brütete über ihre Bedeutung. Er war nun schon seit geraumer Zeit damit beschäftigt, und sein Gesicht sah müde, aber immer noch entschlossen aus. Wieder nahm er ein neues Buch zur Hand, blätterte darin und hielt plötzlich inne.
Aufmerksam las er einen bestimmten Abschnitt. Dann schüttelte er den Kopf und begann von neuem. Langsam, Wort für Wort, übersetzte er den lateinischen Text: „Denn sie werden zusammenkommen und zusammengetrieben werden. Alles, was ihnen gehörte, wird nun ihm gehören… Aus dem Gefäß strömt das Leben.“ Giles hielt inne und wiederholte langsam die Worte: „Strömt das Leben…“
Er studierte die Gravur auf der Titelseite des Buches. Das Bild zeigte ein scheußliches Wesen, halb Mensch, halb Tier, das mit ausgestreckter Hand die Bewohner eines Dorfes in seinem Bann hielt. Die Menschen bluteten aus vielen Wunden. Unter ihnen reckte sich machtvoll ein Dämon, der aus der Hölle zu kommen schien.
Giles beugte sich tiefer über das Buch. Tiefe Falten zerfurchten seine Stirn, während er die Stirn der Bestie betrachtete, auf der ein rotes Symbol prangte: ein dreizackiger Stern. Giles zwinkerte hinter seiner Brille und wandte seine Aufmerksamkeit einer neuen Passage des Buches zu.
„In der Nacht des zunehmenden Mondes, am Anfang der Sommersonnenwende, ist es soweit.“ Er richtete sich auf. Die Erkenntnis traf ihn wie ein Schlag.
„Natürlich“, murmelte er. „Heute nacht.“

„Gehen wir heute abend ins Bronze?“ flüsterte Harmony Cordelia während des Unterrichts zu.
Informatik war nicht gerade Cordelias Lieblingsfach. Und obwohl alle anderen um sie herum fleißig an ihren Computern arbeiteten, war Cordelia heute weniger denn je in der Lage, sich auf die Erstellung von Programmen zu konzentrieren. Nun blickte sie zu Harmony hinüber, die mit ihr zusammen an der Software arbeitete und auch nicht viel mehr begriff. Und Harmony merkte, daß Cordelia ihre Frage nicht einmal gehört hatte.
„Nein!“ stieß Cordelia in völliger Verzweiflung hervor. „Es soll doch die Syntax herausfinden und einbauen. Oder, warte mal…“
Harmony hielt den Blick auf die Tastatur gerichtet und drückte zögernd auf die Tasten. „Gehen wir heute abend ins Bronze!“ wiederholte sie ihre Frage.
„Nein“, gab Cordelia zurück. „Wir gehen zu irgendeinem der anderen Szenetreffs in Sunnydale.“
Harmony starrte sie verständnislos an, und Cordelia seufzte.
„Natürlich gehn wir ins Bronze! Was soll man freitags sonst tun? Aber du hättest gestern abend mal da sein sollen.“
Harmony fragte nicht, was geschehen war, sondern betrachtete statt dessen mit gerunzelter Stirn das Programm, das sie erstellen sollten.
„Ich glaube, wir haben diesen Teil falsch gemacht.“
„Warum müssen wir überhaupt diese blöden Programme schreiben?“ fragte Cordelia wütend. „Reicht es nicht, wenn diese Computerfreaks das machen?“ Sie blickte zum Nebentisch, an dem Willow saß. „Was macht sie da bloß?“ murmelte Cordelia.
Harmony verrenkte sich den Hals, um nach Willow zu schauen. Das Mädchen war augenscheinlich in seiner eigenen Welt versunken, wo auch immer diese Welt sein mochte. Willow surfte im Internet und bekam von ihrer Umgebungn nicht das geringste mit. Sie hämmerte unaufhörlich auf ihre Tastatur ein, sichtete das Material, das ihr angezeigt wurde, und suchte nach Gott weiß welchen Dingen…
Harmony zuckte die Achseln und blickte Cordelia an.
„Schätze, sie macht was anderes.“
Cordelia starrte zornig zum Nachbartisch hinüber. Kein Zweifel, Willow hatte viel zu tun. Cordelia schnaubte und widmete sich wieder ihrer Lieblingsbeschäftigung: Hofzuhalten.
„Okay“, sagte sie zu Harmony im halbherzigen Versuch, sich wieder ihrer Aufgabe zu widmen, „und dann mußt du auf ,Muster’ drücken, richtig? Oder auf ,Ende’. Das war’s.“
Harmony sah völlig verwirrt aus. „Vielleicht… sollten wir…“
„Also schön, was sagt denn das schlaue Buch?“ Cordelia war am Ende ihrer Geduld. Während Harmony die Arbeitsschritte nachschlug, versuchte Cordelia wieder, sie für ihren Tratsch zu begeistern. „Jedenfalls“, fuhr sie fort, „komme ich gerade von der Toilette, und da geht sie mit einem Stock auf mich los und
schreit: ,Ich bring dich um! Ich bring dich um!’ Ich schwör es dir, so war’s.“
„Wer?“ fragte Jared. Er war einer der schärfsten Typen im Kurs, und nun beugte er sich eifrig vor, um den Klatsch mitzubekommen.
Mit selbstgefälliger Befriedigung stellte Cordelia fest, daß sie nun doch eine Zuhörerschaft gefunden hatte.
„Buffy“, teilte sie ihm mit.
„Die Neue“, erklärte Harmony.
Jared sah völlig verblüfft aus. „Wie ist die denn drauf?“
„Ich sag es dir, die ist völlig durchgeknallt!“ stellte Cordelia fest.
„Habt ihr das von ihrer alten Schule gehört?“ fragte Harmony verschwörerisch. „Da ist sie rausgeschmissen worden.“
„Überrascht mich gar nicht“, erklärte Cordelia.
Jared beugte sich noch weiter vor. „Warum ist sie denn raus geschmissen worden?“
„Weil sie total irre ist“, mutmaßte Cordelia.
„Nein, das ist sie nicht.“
Die Stimme hatte sich völlig unerwartet eingeschaltet. Sie sprach fest und ruhig, und die anderen drei drehten sich überrascht zu ihr herum.
Da saß Willow und starrte sie an. Cordelia starrte zurück.
Niemand – wirklich niemand – durfte Cordelia jemals widersprechen, und so dauerte es eine ganze Weile, bis diese unerhörte Beleidigung in ihr Bewußtsein gedrungen war.
„Was?“ Cordelia strafte sie mit eisigem Blick.
„Sie ist keine Irre“, wiederholte Willow. „Du kennst sie ja nicht einmal.“
Cordelia hob entrüstet die Stimme: „Entschuldige bitte. Wer hat dir erlaubt, dich hier einzumischen? Hänge ich mich in deine Privatunterhaltungen rein? Nein. Und warum nicht? Weil du ‘ne Langweilerin bist.“
In Willows Augen flackerte Schmerz auf. Rasch senkte sie den Blick, stand auf und sammelte ein paar Seiten ein, die aus dem Drucker gekommen waren. Cordelia und die anderen widmeten sich wieder ihren Aufgaben.
„Da.“ Harmony starrte auf den Monitor. „Ich glaube, wir haben es geschafft“, sagte sie erleichtert.
Cordelia nickte. „Endlich ist der Alptraum vorbei. Aber wie sollen wir das jetzt sichern?“
Willow war bereits auf dem Weg zur Tür. Sie warf einen Blick zurück und sagte: „Deliver.“
„Deliver.“ Cordelia starrte auf den Bildschirm. „Wo ist denn das bloß – ach da!“
Sie hatte die DEL-Taste entdeckt. Sie schlug einmal leicht darauf.
Eine lange Pause entstand, während Cordelia und Harmony gebannt auf den Bildschirm schauten. Sie sahen zu, wie ihr
Computerprogramm verblich und schließlich vom Monitor verschwand. Ihre Gesichter erstarrten in abgrundtiefer Verblüffung.

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You have to be strong.The hardest thing in this world ... is to live in it.
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 Betreff des Beitrags: Re: Buffy-Bücher: Die Sammlung
BeitragVerfasst: 25. Jul 2009, 18:43 
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17. Kapitel

„Sie sind nicht mehr weit weg“, flüsterte Buffy.
Geraume Zeit waren sie schweigend nebeneinander hergegangen, hatten Tunnel um Tunnel durchquert. Die Luft war von der Erwartung drohender Gefahr erfüllt, und Buffy schauderte, während sie die Dunkelheit mit besorgten Augen zu durchdringen suchte.
„Woher weißt du das?“ fragte Xander nervös.
„Hier sind keine Ratten mehr.“
Das war nicht gerade die Antwort, die er hatte hören wollen, aber er sagte nichts dazu. Trotzdem dauerte es eine ganze Weile, bis er seine Stimme wiedergefunden hatte.
„Da drüben.“ Er hielt an und deutete mit dem Finger voraus. „Was ist das?“
Vor ihnen lag eine kleine, düstere Seitenkammer. Sie konnten eben noch die Umrisse der Türöffnung erkennen, doch was dahinter lag, blieb ihren Blicken verborgen. Nach einem hastigen Blick zurück näherten sie sich dem Raum. Xander zog seine Taschenlampe hervor und ließ den Strahl langsam über den Boden wandern. Das Licht erhellte die bewegungslose Masse eines Körpers, dessen Gesicht zum Boden gekehrt war.
Xander zog heftig die Luft ein. „Jesse!“
„O nein“, murmelte Buffy.
Sie lief auf den Körper zu, während Xander ihr mit der Taschenlampe leuchtete. Als sie Jesse erreichte, streckte sie die Arme aus, um ihm aufzuhelfen.
Ohne Vorwarnung sprang Jesse sie an. In der erhobenen Hand hielt er ein Stück Leitungsrohr. Er holte aus und zielte auf Buffys Kopf.
„Jesse!“ schrie Xander.
Jesse hielt erstaunt inne. „Xander?“
Mit einem Ausdruck schierer Erleichterung ließ Jesse seine Waffe fallen. Er taumelte langsam auf seinen Freund zu und ließ sich von ihm in die Arme nehmen. Einen Augenblick später löste sich Xander aus der Umarmung, hielt Jesse am ausgestreckten Arm von sich weg und sah ihn prüfend an.
„Bist du okay?“
„Wenn wir hier in einem neuen Adventure sind, fehlen mir ‘n paar Lebenspunkte. Das rote Licht flackert“, erwiderte Jesse in einem schwachen Versuch zu scherzen. „Wir müssen hier raus!“
Er zeigte auf sein Bein. Eine schwere Kette fesselte ihn an einen in der Wand eingelassenen Metallring.
„Kein Problem!“ versicherte Xander. „Du wirst sehen, Buffy ist ‘ne Superheldin!“
Bei der Erwähnung ihres Namens runzelte die Superheldin die Stirn und fuhr mit einer Hand über Jesses Fesseln.
„Warte mal“, sagte sie entschlossen.
Sie nahm das Rohrstück, das Jesse fallen gelassen hatte und zerschlug damit das Schloß der Kette. Das Hämmern hallte durch das gesamte Tunnelsystem. Xander zuckte zusammen und sah sie zweifelnd an.
„Meinst du, das hat jemand gehört?“ murmelte er.
Aus dem Augenwinkel meinte Buffy etwas zu sehen, das sich
genau vor dem Eingang zur Kammer bewegte… ein paar schwarze, undeutliche Gestalten, die dort in der Dunkelheit auf und ab gingen. Sie bedeutete den anderen, ihr zu folgen.
„Sie wußten, daß du kommen würdest“, teilte Jesse ihr besorgt mit. „Sie sagten, daß ich… daß ich der Lockvogel sei…“
„Wie nett, daß du uns das auch mal sagst!“ grollte Xander.
„Ich hab ihren Anführer gesehen“, fuhr Jesse fort. Er mußte keine Einzelheiten preisgeben – als Buffy und Xander ihn anschauten, verriet der reine Horror in seinen Augen alles, was er erlebt hatte.
Schnell führte Buffy sie durch den Tunnel zurück. Plötzlich blieb sie wie angewurzelt stehen. Nun sahen Xander und Jesse ebenfalls die großen, undeutlichen,
schattenhaften Gestalten, die am anderen Ende des Durchgangs vorüberzogen.
„Uups“‘, machte Buffy.
Jesses Stimme zitterte vor Furcht. „O nein.“
„Weißt du einen anderen Weg, wie wir rauskommen können?“
Jesse warf ihr einen verzweifelten Blick zu. „Ich weiß nicht, äh, vielleicht?“
„Dann kommt jetzt“, befahl Xander.
Sie drehten sich um und eilten in die entgegengesetzte Richtung. Sie rannten bereits, als sie zu einer Kreuzung mit mehreren Tunneln kamen. Blitzschnell wählten sie einen aus und stürzten hinein. Aber sie hatten nicht mit dem gerechnet, was sie dort erwartete. Die Augen vor ihnen leuchteten in der Dunkelheit.
Leise Stimmen und unterdrücktes Kichern ließ sie herum wirbeln. In Panik rannten sie ein Stück des Weges zurück, bis sie wieder an eine Kreuzung gelangten.
„Wartet doch mal!“ rief Jesse atemlos. „Hier war ich schon mal! Es muß einen Weg nach oben geben. Hoffe ich wenigstens!“
Keiner hielt sich mit Diskussionen auf. Sie rannten einfach weiter. Einen Augenblick später fanden sie sich in einer kleinen düsteren Kammer wieder. Zu spät sahen sie die Vampire, die sich ihnen langsam näherten – zu spät erkannten sie, daß es hier keinen Weg nach draußen gab. Zu spät stellten sie fest, daß sie
in einer Falle saßen. In äußerstem Entsetzen suchten Xander und Buffy nach einer Fluchtmöglichkeit, doch es gab keine. Buffy hörte, wie die Vampire näher und näher kamen. Verzweifelt sah sie sich nach ihren beiden Freunden um. „Ich glaube nicht, daß dies der Weg nach draußen ist!“
„Aber wir können nicht gegen diese Scheusale kämpfen. Es sind zu viele!“ Xanders Stimme klang erschüttert. „Was sollen wir nur tun?“
„Ich hab eine Idee“, meinte Jesse. Er stand direkt hinter Xander.
Doch als die anderen beiden sich umdrehten und ihn anschauten, sahen sie in ein unmenschliches Gesicht, ein Satansantlitz.
Er blickte sie aus kalten leidenschaftslosen Augen an, und als er grinste, glänzten seine spitzen weißen Zähne in der Dunkelheit.
Buffy und Xander waren zu erschrocken, um etwas zu sagen. Jesses Grinsen wurde breiter.
„Ihr könnt sterben“, sagte er

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