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Buffy-Bücher: Die Sammlung : Bücher / Books


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AutorNachricht
 Betreff des Beitrags: Buffy-Bücher: Die Sammlung
BeitragVerfasst: 22. Jul 2009, 17:16 
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Insgesamt sind es 45 Bücher.
Dafür werde ich ne Weile brauchen, aber nach und nach schaffe ich das.
Viel Spaß beim Lesen
eure Sassy

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 Betreff des Beitrags: Re: Buffy-Bücher: Die Sammlung
BeitragVerfasst: 22. Jul 2009, 17:29 
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Die Wiederkehr des Meisters

Prolog
Bei Nacht sah die Sunnydale High School seltsam verändert aus. Fast unheimlich. Der Unterricht war seit Stunden zu Ende, und nun umhüllte die verlassenen Gebäude ein bedrohlich wirkendes Schweigen. Die alten düsteren Wände glänzten im Mondlicht; Schatten nisteten in den Winkeln des Treppenhauses, und
die Zimmer an den langen Korridoren wirkten wie verlassene Höhlen. Als in einem Raum ein Fenster eingeschlagen wurde, schien das Echo endlos nachzuhallen. Selbst dann noch, als eine Hand durch die zerbrochene Scheibe stieß, am Griff drehte und das Fenster nach oben schob.
„Bist du sicher, daß das eine gute Idee ist?“
Das Mädchen blickte sich nervös um, während ihr Gefährte durch das Fenster kletterte und sich dann umdrehte, um ihr hineinzuhelfen.
„Es ist ‘ne tolle Idee!“ beharrte er. „Komm schon!“
Er führte sie auf den Korridor. Dort war es noch dunkler als in dem Klassenzimmer, das wenigstens durch das fahle Mondlicht, das durch die Fenster fiel, erhellt worden war. Das Mädchen warf ihm einen furchtsamen Blick zu.
„Gehst du auf diese Schule?“ fragte sie.
„Früher mal. Auf dem Dach der Turnhalle ist es schön kühl – und du kannst auf die ganze Stadt runtergucken.“
„Ich will da nicht rauf gehen.“
Er umarmte sie und drückte sie fest an sich. „Oh, du kannst es wohl nicht erwarten, was?“
„Wir werden bloß Ärger kriegen“, protestierte sie und versuchte sich von ihm zu lösen, aber er verstärkte den Druck noch.
„Verlaß dich drauf.“
Als er sie küßte, spürte er, wie ihre Schultern steif wurden. Sie schob ihn von sich, und er sah die Angst in ihren Augen.
„Was war das?“
„Was war was?“ fragte er ungeduldig.
„Ich hab ein Geräusch gehört.“
„Das war nichts.“
„Vielleicht ist da doch etwas…“
„Vielleicht ist da ja ein Etwas“, witzelte er.
„Das ist nicht komisch.“
Widerwillig ließ der Junge seinen Blick über den Korridor schweifen. Doch obwohl sich die Augen mittlerweile an die Dunkelheit gewöhnt hatten, konnte er immer noch nichts erkennen. Der Flur lag dunkel und gottverlassen da, und doch schienen sich die Schatten irgendwie verdichtet zu haben, waren
näher gekrochen, während sie nicht darauf geachtet hatten. Er spürte, wie das Mädchen neben ihm zitterte.
„Hallo?“ rief er leise, seine Stimme klang belustigt.
Stille.
„Da ist keiner“, meinte er schließlich, als er sich ihr wieder zuwandte.
Doch sie war immer noch ängstlich. „Bist du auch sicher?“
„Ganz sicher.“
„Okay“, murmelte sie.
Ihr Gesicht verzerrte sich zu einer scheußlichen Fratze, während sie ihre Fänge entblößte und sie in einer einzigen schnellen Bewegung in seinen Hals bohrte.

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 Betreff des Beitrags: Re: Buffy-Bücher: Die Sammlung
BeitragVerfasst: 22. Jul 2009, 18:04 
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In jeder Generation gibt es nur eine Jägerin…
1. Kapitel
Buffy hatte sich verirrt. Auf einer ziellosen Wanderung an einem Ort, den sie nicht kannte und auch nicht kennen wollte. Es sah aus wie eine unterirdische Kammer oder die verborgene Höhle eines blutrünstigen Tieres – dieser düstere, gottverlassene Ort aus Fäulnis und Moder. Sie versuchte – trotz des
Zwielichts, der Müdigkeit und der Verwirrung, die sie empfand herauszufinden, wo sie war und wie sie entkommen konnte. Obwohl ein kleiner Teil ihres Bewußtseins sicher war, daß sie träumte – es konnte ja nur ein Traum sein –, warnte ein anderer Teil sie, daß dieser Ort so wirklich und so vertraut war,
daß er nicht ihrer Phantasie entsprungen sein konnte. Bilder stiegen in ihr auf und vergingen fast sofort wieder, hinterließen nur den Schatten einer Erinnerung. Sie sah flackernde Kerzen über einem tiefroten Teich… Klauenfinger durch einen Feuerschein… Tierzeichnungen und das silberne Glitzern eines Kreuzes, des Symbols des Christentums. Zwischen verfallenen Grabsteinen hallte Dämonengelächter wider, gesichtslose Kreaturen kamen auf sie zu, und dann sah sie plötzlich ganz deutlich ein Buch, ein sehr altes Buch, auf dessen Einband ein einziges Wort prangte: Vampire…
Sie wälzte sich auf ihrem Bett hin und her, während der Traum sie tiefer und tiefer in seinen Bann zog. Unversehens erhob sich hinter ihr ein Schatten, ein unheilvoller Schatten, schwarz wie der Tod, und eine bedrohliche Stimme vibrierte in ihrem Kopf, in ihren Adern: „Ich werde dich nehmen… wie der Krebs… ich werde in dich einziehen und dich von innen her auffressen…“
Buffy riß die Augen auf.
Sogar im tröstenden Morgenlicht schien es, als dauerte der Traum noch an. Immer noch spürte sie den Schrecken, die Bedrohung, die von ihr Besitz ergriffen hatten. Sie setzte sich im Bett auf und blinzelte. Die Sonne schien hell und freundlich durchs Fenster in ihr Zimmer. Nun war sie wach und in Sicherheit. Dies war ihr Zimmer, ihr Zuhause, ihre Wirklichkeit.
„Buffy?“
„Ich bin schon wach, Mom.“
„Du willst doch am ersten Tag nicht zu spät kommen?“ rief Joyce Summers aus der Diele.
„Nein“, murmelte Buffy. „Will ich ganz bestimmt nicht.“
Sie hörte selbst, wie unsicher ihre Stimme klang. Sie setzte sich auf die Bettkante und starrte ins Zimmer, musterte die kahlen Wände und die vollen Kisten, die sich in einer Ecke stapelten.
Mit einem Seufzer schüttelte sie die letzten Fetzen des Alptraums ab und stellte sich dem neuen Tag.
„Ich wünsch dir einen schönen Tag“, sagte Joyce Summers
und sah ihrer Tochter beim Aussteigen zu. „Ich weiß, daß du ganz schnell Freunde finden wirst. Du mußt einfach positiv denken. Und, Liebes“, sie hielt kurz inne und verlieh ihrer Stimme einen Anflug von Hoffnung, „versuch mal, nicht rausgeworfen zu werden.“
„Versprochen“, antwortete Buffy mit einem Lächeln und schlug die Autotür zu.
Als ihre Mutter davonfuhr, stand Buffy noch einen Augenblick nachdenklich da und analysierte ihre Lage. Es war ein wunderschöner Morgen, wie er für das sonnige Südkalifornien typisch war, und Horden von Schülern schoben sich lachend und schwatzend durch das Schultor der Sunnydale High School.
Tja, am besten bringen wir’s gleich hinter uns, dachte Buffy, und mit einem Seufzer wandte sie sich dem Eingang zu. Sie war so tief in Gedanken versunken, daß sie den hübschen Typen auf dem Skateboard nicht einmal bemerkte.
„Voll im Rennen…“, verkündete Xander und bahnte sich rücksichtslos einen Weg durch die Menge. „Voll im Rennen… und er kann jetzt nicht abbremsen…“
Er war groß und dunkelhaarig und schien sein Äußeres absichtlich zu vernachlässigen. Als er sich dem Tor der Schule näherte, erspähte er plötzlich ein Gesicht, das er noch nie zuvor gesehen hatte.
Sie war klein und zierlich, mit dunkelblondem Haar und großen blauen Augen, und sie hatte eines jener süßen herzförmigen Gesichter, denen er noch nie hatte widerstehen können. Sie trug Stiefel und einen superkurzen Rock, und als Xander an ihr vorbeifuhr, verrenkte er sich den Hals, um sie besser in Augenschein nehmen zu können, und vergaß dabei ganz, auf den Weg zu achten.
Im buchstäblich letzten Augenblick bemerkte er, daß er auf die Treppe zu raste, und ließ sich auf die Seite fallen. Mit einem heftigen Plumps landete er auf dem Bürgersteig. Doch als eine vertraute Gestalt herbeieilte, um ihm wieder aufzuhelfen, blickte er bereits wieder mit einem äußerst charmanten Grinsen
zu ihr hoch.
„Willow!“ rief Xander und rappelte sich auf, durch seinen dramatischen Auftritt keinesfalls peinlich berührt. „Du bist ganz genau der Mensch, den ich gerade sehen wollte.“
„Wirklich?“ fragte Willow hoffnungsvoll.
Sie war – nach Sunnydale-Maßstäben – ein häßliches und total langweiliges Mädchen. Es war schon schlimm genug, daß sie ihre Nase ständig in irgendwelche Bücher steckte, aber das war nichts im Vergleich zu ihrem größten Verbrechen: Gerüchten zufolge suchte ihre Mutter die Kleider für sie aus! Und doch strahlten Willows sanfte braune Augen voller Klugheit, und sie konnte hinreißend lächeln. Als Xander nun auf sie zukam, schien sie förmlich unter seiner Aufmerksamkeit aufzublühen. Xander jedoch nahm es wie üblich gar nicht wahr.
„Ja“, erklärte er. „Weißt du, ich hatte da ein kleines Problem mit Mathe.“
Willow ließ sich ihre Enttäuschung nicht anmerken. „Womit denn genau?“
„Mit Mathe. Kannst du mir heute abend helfen? Bitte? Sei doch mal ‘n guter Kumpel.“
„Tja“, meinte Willow fröhlich, „und was springt dabei für mich raus?“
„Ein glänzender Nickel…“
„Okay. Hast du ,Theorien der Trigonometrie’? Solltest du dir vielleicht mal besorgen.“
Xander sah verblüfft aus. „Besorgen?“
„Aus der Bibliothek. Das ist der Ort, wo’s die vielen Bücher gibt.“
„Ach so.“ Er grinste wieder. „Hab’s kapiert. Guck mal, ich will mich ja ändern.“
Als sie hineingingen und sich einen Weg durch den überfüllten Flur bahnten, kam ihnen ihr Freund Jesse entgegen.
„Hi“, grüßte Jesse, und Xander winkte ihm lässig zu.
„Was liegt an?“
Jesse verlor keine Zeit. „Ein neues Mädchen!“
„Stimmt!“ pflichtete Xander ihm begeistert bei. „Hab sie schon gesehen. Ganz schön heiße Braut.“
„Ich hab gehört, daß eine Neue hierhin versetzt worden ist“, beteiligte sich Willow an dem Gespräch.
„Also“, fuhr Xander fort, ohne auf Willows Bemerkung einzugehen.
„Nun sag schon!“
„Sag, was?“ fragte Jesse. Er war groß und spindeldürr, trug das Haar kurzgeschnitten und hatte auffallend dichte Augenbrauen.
Auf keinen Fall gehörte er zu den coolen Typen der Sunnydale High.
„Was ist Sache?“ drängte Xander. „Was weißt du über sie?“
Jesse zuckte die Achseln, „‘n neues Mädchen halt.“
„Also“, konterte Xander ohne Zögern, „mit dir ist heute ja überhaupt nichts los.“
Buffy saß im Büro des Schulleiters und blickte ihr Gegenüber hinter dem Schreibtisch aufmerksam an. Mr. Flutie war ein übergewichtiger Mann in mittleren Jahren und nahm sich in seiner Position offenbar ziemlich wichtig. Jetzt holte er den Bericht über sie aus einer Akte, sah ihn durch und blickte ihr
dann direkt in die Augen.
„Buffy Summers“, dozierte er. „Im zweiten Jahr, frisch von der Hemery High in Los Angeles. Interessanter Bericht. Ganz nette Karriere.“
Bevor Buffy etwas erwidern konnte, lächelte er und zerriß die Blätter sorgfältig in vier Teile.
„Willkommen in Sunnydale“, verkündete er. „Hier, Buffy, machen wir reinen Tisch. Wir lassen die Vergangenheit ruhen. Uns interessiert nicht, was auf so einem Wisch Papier steht. Sogar, wenn da steht…“ Er unterbrach sich, blickte auf die zerrissenen Seiten und riß die Augen weit auf. „Ich muß schon
sagen… Aber in Sunnydale kümmern wir uns um den ganzen Schüler. Um den Menschen.“
Als er sich wieder gefaßt hatte, fuhr Mr. Flutie in seinem Monolog fort, während er die zerrissenen Seiten beiläufig zu ihrer ursprünglichen Form zusammenlegte.
„Andere Schulen mögen sich auf den unglaublichen Leistungsabfall bei den Noten konzentrieren“, sagte er. „Wir kümmern uns um die verzweifelte junge Frau, deren Leistungen so unglaublich gesunken sind. Andere Schulen scheren sich vielleicht um die Berichte über Bandenkriege…“
„Mr. Flutie“, unterbrach Buffy den schwergewichtigen Mann.
„Alle Schüler hier dürfen Bob zu mir sagen, wenn sie wollen…“
„Bob…“
„Aber sie tun es nicht.“
Er öffnete eine Schreibtischschublade, zog eine Rolle Klebeband daraus hervor und begann damit, die zerrissenen Seiten akribisch zusammenzukleben.
„Mr. Flutie. Ich weiß ja, daß der Bericht über mich ein bißchen…farbig wirkt…“
„Ach, darum geht’s doch nicht! Und meinst du übrigens, ,farbig’ wäre der richtige Ausdruck? Meinst du nicht eher ,kläglich’? Unter uns gesagt, ich wäre für ,kläglich’.“
„So schlimm war es nicht.“
Mr. Flutie starrte sie an. „Du hast die Turnhalle angezündet.“
„Das stimmt. Das hab ich wirklich gemacht.“ Buffy zuckte zusammen. „Aber Sie müssen doch die Gesamtsituation sehen. Ich meine, diese Turnhalle war voller Vamp… äh… Asbest.“
„Buffy. Mach dir keine Sorgen. In jeder anderen Schule würden sie jetzt sagen: ,Paß auf, wo du hingehst’ oder ,Wir werden dich im Auge behalten’ oder ,Komm nur mit einer Schachtel Streichhölzer in die Nähe der Turnhalle, dann kannst du den Rest deiner Jugend im Knast verbringen’, aber so halten wir es
hier nicht. Wir wollen deine Bedürfnisse respektieren und dir helfen, unsere Regeln zu akzeptieren. Und wenn deine Bedürfnisse und unsere Regeln sich nicht im Wege stehen…“
Immer noch verbindlich lächelnd, schob er die geklebten Seiten zwischen die Aktendeckel zurück und klappte sie zu. Buffy zuckte zusammen. Ihr aufgesetztes Lächeln bekam Risse. Sie fühlte sich gedemütigt, als sie Mr. Fluties Büro verließ.
Während sie auf dem Korridor stand und in ihrer Tasche nach einem Kaugummi suchte, wurde sie von einem achtlosen Schüler angerempelt. Ihre Tasche flog auf den Boden, und der Inhalt verteilte sich in alle Richtungen. Entmutigt kniete Buffy nieder und sammelte alles wieder auf. Zum zweiten Mal an diesem
Morgen übersah sie Xander, der in der Nähe stand und alles beobachtet hatte. Er kam sofort herüber und kniete sich neben sie.
„Kann ich dich haben?“ fragte er – und verbesserte sich augenblicklich: „Verdammt, ich meine, kann ich dir helfen?“
„O ja, danke.“
Er sammelte die Sachen auf und reichte sie ihr.
„Ich kenne dich nicht, oder doch?“
„Ich bin neu hier. Ich heiße Buffy.“
„Xander. Hi.“
„Danke, Xander.“
„Vielleicht sehn wir uns ja noch“, versuchte Xander es von neuem. „Vielleicht in der Schule, weil wir ja beide… auf diese Schule gehen.“
„Ja, vielleicht. Hat mich gefreut, dich kennenzulernen.“
Er gab ihr die letzten Bücher. Sie stopfte sie in die Tasche und eilte davon.
„Wir gehen beide in die Schule.“ Verächtlich schüttelte Xander den Kopf. „Sehr scharfsinnig. Überhaupt nicht lächerlich.“
Da sah er etwas auf dem Fußboden liegen. Bereits während er sich bückte, um es aufzuheben, rief er ihr automatisch hinterher:
„Oh, hör mal, du hast dein…“ Er brach ab und starrte das Ding in seiner Hand an. „… deinen Pfahl…“, sagte er.
Buffy war schon zu weit weg, um ihn noch zu hören. Stirnrunzelnd betrachtete Xander den spitzen Holzpfahl, den er in den Händen hielt.

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 Betreff des Beitrags: Re: Buffy-Bücher: Die Sammlung
BeitragVerfasst: 24. Jul 2009, 19:22 
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2. Kapitel

Buffy saß an einem der hinteren Tische und schrieb fleißig mit. Die Geschichtslehrerin leierte die Daten und Zahlen herunter, und sie mußte sich anstrengen, um mitzukommen.
„Die Pest führte zum Aussterben ganzer Generationen und zur Entvölkerung von Ortschaften und Landstrichen. Allein der ,Schwarze Tod’, wie die Epidemie genannt wurde, die 1347 bis 1352 Europa heimsuchte, kostete viele Millionen Menschenleben. Als Ursprungsherde gelten der Nordrand von Tibet und
die ostafrikanischen Seen. Wenn ihr nun die Karte auf Seite dreiundsechzig anschaut, könnt ihr die Ausbreitung der Seuche in Europa verfolgen.“
Alle schlugen die Bücher auf. Buffy hatte noch kein Buch, und als sie suchend in die Runde blickte, beugte sich ein Mädchen vom Nachbartisch zu ihr herüber. Es war groß und sehr hübsch, von exotischem Aussehen. Ihr Outfit – engsitzende Hosen und ein fast durchsichtiges Hemd – zeugten von großem Selbstbewußtsein.
„Hier“, sagte es und schob das Buch näher, damit Buffy auch hineinsehen konnte.
„Danke.“ Buffy lächelte.
„Und welche sozialen Veränderungen brachte diese Epidemie mit sich?“ fuhr die Lehrerin fort. Buffy glaubte schon, die Stunde würde niemals enden. Als es endlich klingelte, stellte sich das Mädchen vor.
„Hi, ich bin Cordelia.“
„Ich bin Buffy.“
„Wenn du nach ‘nem eigenen Buch suchst – es gibt vielleicht noch ein paar in der Bibliothek.“
„Oh, gut. Danke für den Tip. Und wo ist die Bibliothek?“
„Ich zeig dir den Weg.“
Die beiden Mädchen drängten sich zwischen die anderen Schüler auf den überfüllten Korridor. Cordelia betrachtete Buffy mit unverhohlenem Interesse.
„Du bist von der Hemery hierher versetzt worden, stimmt’s? Aus L. A.?“
„Ja.“
„Oh! Was gäbe ich dafür, wenn ich in L. A. leben könnte. Wenn ich nur an die ganzen Klamotten denke… Und wie bist du hier gelandet?“
„Weil meine Mom umgezogen ist, deshalb. Ich meine, wir beide sind umgezogen. Aber es war meine Mom, die das unbedingt wollte.“
„Du wirst dich hier schon zurechtfinden“, versicherte Cordelia. „Wenn du dich an mich und meine Leute hältst, gehörst du im Handumdrehen dazu. Natürlich müssen wir erst mal prüfen, ob du auch cool genug bist. Du kommst ja aus L. A. da können wir den schriftlichen Teil überspringen, aber laß mal sehen…
Scharfer Nagellack?“
„Out?“ fragte Buffy zweifelnd.
„Völlig out“, stimmte Cordelia zu. „James Spader.“
„Er muß mich unbedingt anrufen.“
„Doc Martens?“
„Schickimicki, aber wem’s gefällt.“
„John Tesh.“
„Der Teufel?“
Cordelia nickte. „Das war natürlich die leichtere Variante, aber den Test hast du bestanden.“
„Oh, super.“ Mit gespielter Erleichterung legte Buffy die Hand aufs Herz.
Sie schlenderten zum Wasserspender in der Mitte des Schulhofes.
„Willow!“ Cordelia zog eine makellos gezupfte Braue hoch, als sie das unscheinbare Mädchen, das sich gerade über den Trinkbrunnen beugte, erkannte. „Hübsches Kleid. Gut zu wissen, daß du auch mal in die bessere Abteilung von Sears gehst.“
Buffy sah den Schmerz in Willows Gesicht. Verblüfft über Cordelias Gemeinheit, starrte sie ihre neue Bekannte an. Willows Antwort klang fast wie eine Entschuldigung. „Na ja, meine Mom hat’s für mich ausgesucht.“
„Ist ja kein Wunder, daß du die Typen scharenweise anziehst.“
Cordelias Tonfall war vernichtend. „Bist du fertig?“
„Oh“, sagte Willow leise und trat sofort vom Brunnen zurück. Cordelia stellte sich davor und warf Buffy einen Blick zu.
„Wenn du hier klarkommen willst, lautet Regel Nummer eins: ,Kenne die Verlierer’. Wenn du sie erst vom Sehen kennst, ist es viel einfacher, ihnen aus dem Weg zu gehen.“
Sie beugte sich zum Trinken hinab. Buffy blickte Willow mit einem Gefühl des Unbehagens nach, dann folgte sie Cordelia in die Bibliothek.
„Und wenn du dich nicht bis über beide Ohren in deine Bücher vergräbst, hast du vielleicht Zeit, heute abend ins Bronze zu kommen“, schlug Cordelia vor.
„Ins was?“
„Ins Bronze. Ist der einzige Club hier, wo man hingehen kann. Sie lassen zwar jeden rein, aber trotzdem ist es noch der Treff für die Szene. Liegt im verrufenen Stadtteil.“
„Und wo ist das?“ erkundigte sich Buffy.
„Etwa einen halben Block von den besseren Vierteln entfernt. Wir haben hier nicht besonders viel City, wie du bald selbst gemerkt haben wirst.“
Sie waren an der Bibliothek angelangt. Vor der Tür blieb Cordelia stehen.
„Also, dann versuch ich mal mein Glück.“
„Gut. Ich sehe dich später in der Turnhalle, und dann kannst du mir alles erzählen, was es über dich zu wissen gibt.“
Cordelia machte kehrt und stolzierte den Korridor entlang. Buffy, die sich herzlich wenig darauf freute, ihre ganze Lebensgeschichte zu erzählen, gestattete sich ein ironisches Grinsen.
„Hört sich nach ‘ner Menge Spaß an“, murmelte sie vor sich hin.
Sie öffnete die Tür zur Bibliothek und blieb überrascht im Türrahmen stehen. Die dunklen holzgetäfelten Wände, die hohen Fenster und die unzähligen langen Bücherregale verliehen dem Raum eine regelrecht vornehme Atmosphäre. Einige Stufen führten zu einer Galerie, auf der weitere deckenhohe Bücherregale
untergebracht waren. In der Mitte des Raums stand ein riesiger Eichentisch, der von gemütlichen Schreibtischlampen in ein sanftes Licht getaucht wurde und der Bibliothek das Ambiente eines behaglichen Landhauses verlieh. Um so mehr wunderte sich Buffy, daß sie ganz allein zu sein schien. Sie zog die Tür hinter sich ins Schloß und trat an den unbesetzten Ausgabetisch. Ihr Blick fiel auf eine zusammengefaltete Zeitung, die dort lag. Ein Artikel auf der Titelseite war mit Rotstift eingekreist. Die Schlagzeile lautete: „Immer noch keine Spur der vermißten Jugendlichen“; und daneben prangten die schlechten Fotografien dreier Jungen.
Buffy wanderte weiter in den Raum hinein und spähte um die Ecke eines Regals.
„Hallo? Ist hier niemand?“
Unversehens berührte sie jemand an der Schulter. Erschrocken fuhr sie herum.
„Kann ich Ihnen helfen?“ fragte der Mann höflich. Er sprach mit britischem Akzent und sah sie dabei ruhig, aber eindringlich an.
Buffy stieß einen Seufzer der Erleichterung aus. „Ich hab ein paar… na ja… Bücher gesucht. Ich bin neu an der Schule.“
„Miss Summers“, sagte der Mann.
„Gut geraten. Schätze, ich bin die einzige Neue hier.“
„Ich bin Mr. Giles, der Bibliothekar.“
Buffy sah ihn einen Moment lang forschend an. Er war groß, schlank und wirkte in seinem englischen Tweed mit dem Nadelstreifenhemd und der Krawatte unaufdringlich elegant. Freundliche Augen blickten sie durch eine kleine Nickelbrille geradeheraus an.
„Super.“ Buffy grinste. „Dann haben Sie auch…“
„Ich weiß, was Sie haben wollen“, unterbrach der Bibliothekar sie, drehte sich um und ging auf den Ausgabetisch an der Tür zu. Buffy konnte erkennen, daß dahinter sein Büro lag, aber Mr. Giles hatte sie offensichtlich nicht dorthin führen wollen. Neugierig beobachtete sie, wie er ein Buch unter dem
Tisch hervorzog und es ihr reichte. Es war groß und in Leder gebunden und trug auf seinem Einband ein einziges, in Gold
geprägtes Wort: Vampire…
Es war das Buch aus ihrem Alptraum.
Ein sorgenvoller Ausdruck erschien in Buffys Augen – und zugleich müdes Verständnis. Sie trat vom Tisch zurück, hielt den Blick aber weiter auf den Bibliothekar gerichtet. „Das ist nicht das Buch, das ich gesucht habe“, sagte sie und bemerkte selbst, wie mühsam die Worte klangen.
„Sind Sie sicher?“
„Ziemlich sicher.“
Mr. Giles zögerte – dann nickte er fast unmerklich. „Mein Fehler.“
Er schob das Buch wieder unter den Tisch.
„Nun“, fuhr er mit leiser Stimme fort, „was war es noch, was Sie haben…“ Er sah auf und blickte in einen leeren Raum.
Buffy war verschwunden.
Die beiden Mädchen in dem Umkleideraum der Turnhalle unterhielten sich angeregt, während das Thema ihres Gesprächs gerade die Bibliothekstür hinter sich schloß.
„Die Neue?“ sagte eine der beiden. „Die kommt mir ein bißchen komisch vor. Und was für ein Name soll das bloß sein – Buffy?“ Sie drehte sich um, als ein weiteres Mädchen den Raum betrat. „Hi, Aphrodesia.“
„Hi“, antwortete Aphrodesia zerstreut.
„Also“, nahm Aura das Gespräch wieder auf, „in der Cafeteria quatschen sie darüber, daß sie aus ihrer letzten Schule rausgeschmissen wurde und ihre Mom deshalb ‘nen neuen Job suchen mußte.“
„Das glaube ich nicht“, entgegnete Aphrodesia, aber Aura nickte bekräftigend.
„Doch. Sie hat immer Schlägereien angefangen.“ Aphrodesia schloß ihren Spind auf. „Niemals!“
„Also, ich hab es von Blue gehört“, beharrte Aura, „und sie hat den Bericht gesehen…“ Sie sollte diesen Satz nicht mehr beenden.
Ohne Vorwarnung kippte etwas aus dem Spind, und Aphrodesia stieß einen schrillen Schrei aus, als ihr die Leiche eines Jungen in die Arme fiel. Seine weit aufgerissenen Augen starrten sie an, als hätte er zum Zeitpunkt seines Todes etwas wirklich Schreckliches gesehen. Sie kannte ihn nicht, und sie konnte
auch nicht wissen, daß er letzte Nacht mit seiner Freundin in die Schule eingebrochen war – mit der Absicht, ein Schäferstündchen auf dem Dach der Turnhalle zu verbringen. Aphrodesia schrie immer noch, als die Leiche ausgestreckt zu ihren Füßen lag, die toten Augen weiterhin unverwandt auf sie gerichtet.

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 Betreff des Beitrags: Re: Buffy-Bücher: Die Sammlung
BeitragVerfasst: 24. Jul 2009, 20:28 
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3. Kapitel

Sorgfältig untersuchte Willow ihr Lunchpaket. Vollwert, wie gewöhnlich. Sie war so in Gedanken versunken, daß sie nicht hörte, wie sich ihr jemand von hinten näherte. Der plötzliche Klang einer fremden Stimme ließ sie zusammenfahren.
„Äh… hi“, sagte die Stimme. „Du bist Willow, stimmt’s?“
Willow drehte sich um. „Warum?“ fragte sie argwöhnisch, doch als sie Buffy erkannte, wurde sie freundlicher: „Oh, hallo. Soll ich ein Stück rücken?“
„Warum fangen wir nicht mit ,Hi, ich bin Buffy’ an“, schlug Buffy vor und setzte sich neben Willow. „Und laß uns gleich damit weitermachen, daß ich dich um einen Gefallen bitten möchte. Dafür mußt du nicht zur Seite rücken, aber vielleicht kannst du mal ‘ne Zeitlang mit mir rumhängen.“
Willow sah Buffy zweifelnd an. „Aber hängst du nicht… mit Cordelia rum?“
„Kann ich nicht beides tun?“
„Von Rechts wegen nicht.“
„Sieh mal, ich will hier wirklich zurechtkommen“, erklärte Buffy. „Cordelia ist wirklich nett – jedenfalls zu mir –, aber ich hab dieses brennende Verlangen, nicht in allen Fächern total abzusacken, und dann hörte ich gerüchtweise, daß ich mich an dich wenden sollte, wenn ich den Stoff aufholen will.“ Willow strahlte. Offenbar war es ihr zunächst egal, aus welchem Grund man ihre Bekanntschaft suchte.
„Oh, ich könnte dir schon helfen! Wenn du in der sechsten Stunde frei hast, könnten wir uns in der Bibliothek treffen…“
„Oder auch nicht“, lehnte Buffy entschieden ab. „Vielleicht gibt es noch einen anderen Ort? Ich meine, wo mehr Leute sind. In der Bibliothek kriege ich ‘ne Gänsehaut.“
„Mit der Meinung stehst du nicht alleine da. Ich hingegen finde sie ganz toll. Sie haben eine Superauswahl, und der neue Bibliothekar ist echt cool.“
„Der neue?“
„Ja, er hat gerade erst angefangen. Er war Kurator in irgendeinem britischen Museum. Oder vielleicht auch dem Britischen Museum, das weiß ich nicht so genau. Aber er hat ‘ne Menge Ahnung, weiß über alles Bescheid. Und er hat diese ganzen historischen Werke und Biographien mitgebracht.“
Die Mädchen blickten auf, als Xander und Jesse an ihnen vorbei schlenderten.
„Hi! Seid ihr beschäftigt?“ grüßte Xander. „Können wir euch stören? Also, wir stören euch jetzt.“
„Hi.“ Buffy lächelte.
Jesse winkte lässig mit der Hand.
„Buffy, das ist Jesse“, stellte Willow vor. „Und das ist Xander.“
„Oh, Buffy und ich kennen uns schon lange“, meinte Xander gelassen. „Wir sind alte Freunde. Dann gab es eine Zeit, wo wir einander fremd geworden sind – ich glaube, wir mußten beide Veränderungen durchmachen –, aber hier und jetzt ist es wieder wie in den guten, alten Zeiten. Und ich bin sehr bewegt, muß ich schon sagen.“
Buffy starrte ihn an, halb erfreut, halb verblüfft.
„Liegt es an mir?“ fragte Jesse ihn. „Oder warum benimmst du dich plötzlich wie ein sabbernder Schwachkopf?“
Für den Bruchteil einer Sekunde wirkte Xander fast verlegen.
„Liegt nicht an dir.“
„Nett, euch kennenzulernen“, schaltete sich Buffy ein. „Glaube ich wenigstens.“
„Tja, wir wollten dich willkommen heißen, dir helfen, dich hier mehr wie zu Hause zu fühlen“, erklärte Jesse galant.
„Und dir das hier zurückzugeben“, fügte Xander hinzu. Er zog den Pfahl aus der Tasche, den Buffy verloren hatte. „Was willst du eigentlich damit? ‘nen netten kleinen Zaun für dein Meerschweinchen bauen, oder was?“
„O nein!“ Blitzschnell suchte Buffy nach einer Erklärung. „Der ist bloß zur Selbstverteidigung. Jeder in L. A. hat jetzt so ‘n Ding. Tränengas ist ja so passe.“
Xander nickte ernst, schien aber nicht ganz überzeugt. „Aha. Dann erzähl uns mal alles über dich: Was du magst, was du so in deiner Freizeit machst, was du in einem Mann suchst – einfach alles.“
„Ob du irgendwelche düsteren, schmerzlichen Geheimnisse hütest, die wir veröffentlichen können“, schlug Jesse vor.
Buffy verdrehte etwas genervt die Augen. Zuerst Cordelia, die ihre Lebensgeschichte wissen wollte, und nun das. „Alle wollen über mich Bescheid wissen. Echt scharf!“ Ihre Stimme klang leicht sarkastisch.
„Ja, weißt du, in so ‘nem Kaff wie Sunnydale ist nicht gerade der Bär los“, gestand Xander. „Deshalb bist du ‘ne große Neuigkeit.“
„Bin ich nicht. Ehrlich.“
„Gehen dir diese Typen auf den Geist?“ Wie gerufen tauchte Cordelia hinter Jesse auf. Ihr Gesicht zeigte deutlich die Verachtung, die sie für Buffys Umgang empfand.
Buffy blickte erstaunt zu ihr hinüber. „O nein.“
„Sie hängt nicht mit uns rum“, erklärte Willow hastig, während sich Jesse darauf beschränkte, Cordelia wie ein verliebtes Kaninchen anzustarren.
„Hi, Cordelia“, begrüßte er sie.
„Also bitte!“ Cordelia warf ihm einen vernichtenden Blick zu und wandte sich dann an Buffy. „Ich will dich ja gar nicht an deinem sozialen Abstieg hindern, ich wollte dich nur darüber informieren, daß du unsere Trainerin Foster, die Frau mit der behaarten Brust, nicht antreffen wirst, weil die Turnhalle wegen
diesem äußerst toten Typen im Spind geschlossen ist.“
Buffy starrte sie nur an. „Was?“
„Was redest du da?“ Willow setzte sich kerzengerade auf.
„Irgend so ein Typ hat in Auras Spind gesteckt“, erklärte Cordelia.
„Tot“, wiederholte Buffy.
„Ziemlich tot“, bestätigte Cordelia.
„Also nicht nur ein bißchen tot“, fügte Xander hinzu.
Cordelia warf ihm einen ihrer sengenden Blicke zu. „Kannst du nicht woanders rumhängen?“
„Wenn du eine Schulter brauchst, um dich auszuweinen“, bot Jesse an, „oder zum Anbeißen…“
„Wie ist er gestorben?“ unterbrach ihn Buffy, den Blick unverwandt auf Cordelia gerichtet.
„Keine Ahnung…“
„Ich meine, gab es irgendwelche Spuren?“
„Bist du irgendwie krankhaft veranlagt, oder was?“ Cordelia starrte Buffy an, als sei sie eine Art Alien. „Danach hab ich doch nicht gefragt!“
Unvermittelt stand Buffy auf. „Äh, hört mal, ich muß mich jetzt eintragen. Bis später dann.“
„Was ist denn mit der los?“ fragte Cordelia ärgerlich.
Buffy eilte zur Turnhalle und ließ die anderen verwirrt zurück.

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 Betreff des Beitrags: Re: Buffy-Bücher: Die Sammlung
BeitragVerfasst: 24. Jul 2009, 20:42 
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4.Kapitel

Buffy begab sich unverzüglich in die Umkleideräume und stieß dabei fast mit Mr. Flutie zusammen, der gerade die Tür hinter sich abschloß.
„Oh! Buffy!“ Erstaunt blickte er sie an. „Äh, was willst du denn hier?“
Buffy bemühte sich, ihre Worte möglichst beiläufig klingen zu lassen: „Ähm, ist da vielleicht ein Typ drin, der tot ist?“
„Wo hast du denn das gehört?“ fragte der Schulleiter hastig.
Dann hatte er sich wieder in der Gewalt. „Ja. Es stimmt. Aber es ist keiner unserer Schüler! Jedenfalls nicht mehr.“
„Wissen Sie, woran er gestorben ist?“
„Was?“
„Ich meine“, Buffy suchte nach Worten, „wie konnte das passieren?“
„Nun, das herauszufinden ist Sache der Polizei, wenn sie hier eintrifft“, erwiderte Mr. Flutie. „Aber dieses Gebäude entspricht den Sicherheitsbestimmungen – immerhin werden hier regelmäßig Inspektionen durchgeführt –, und ich glaube nicht, daß man uns ein Verfahren anhängen kann.“
„War viel Blut da?“ Buffy konnte sich nicht beherrschen, sie mußte diese Frage stellen. „War da überhaupt Blut?“
Mr. Flutie sah sie argwöhnisch an. „Ich möchte mal annehmen, daß du dich nicht in so eine üble Sache einmischen willst.“
„Will ich auch nicht“, versicherte Buffy. „Könnte ich nur mal kurz einen Blick in die Umkleide werfen?“
„Es sei denn, du bist schon in die Sache verwickelt…“
Buffy schüttelte energisch den Kopf.
„Buffy“, fuhr der Schulleiter ein wenig sanfter fort, „ich verstehe ja, daß es sehr verwirrend ist. Wahrscheinlich fühlst du dich im Moment etwas verloren. Du solltest dich jemandem anvertrauen.“
Mit einem matten Lächeln nickte Buffy ihm zu und trat den Rückzug an.
Sie hatte nicht die Absicht, so leicht aufzugeben. Sie rannte aus dem Gebäude und näherte sich der Turnhalle von der anderen Seite. Der Hintereingang zu den Umkleideräumen war leicht zu finden. Sie drehte den Türknauf, aber die Tür war verschlossen.
Buffy blickte sich um und vergewisserte sich, daß sie allein war. Mit aller Kraft trat sie gegen die Tür. Die Tür vibrierte zwar, aber sie hielt dem Tritt stand. Doch es war keine Sicherheitstür. Buffy trat ein zweites und ein drittes Mal dagegen, und schließlich zersplitterte das Schloß.
Sie erblickte die Leiche sofort, die unter einer Decke ausgestreckt auf dem Boden lag. Zögernd trat Buffy näher. Sie wußte, daß der Anblick ihr nicht gefallen würde. Langsam schlug sie die Decke von Kopf und Schultern der Leiche zurück.
Ihre Züge nahmen einen grimmigen Ausdruck an. Fast kochend vor Wut starrte sie auf den leblosen Körper.
„Na toll!“ brach es aus ihr heraus.
Auf dem Hals des Jungen waren deutlich zwei Bißmale zu erkennen.
Ein paar Augenblicke später betrat Buffy ein zweites Mal die Bibliothek. Sie hatte nicht erwartet, diesen Raum so schnell wiederzusehen. Aber sie hatte sich geirrt.
„Also gut, worum geht’s wirklich?“ wollte sie wissen. Giles stand auf der Galerie und war völlig in ein Buch vertieft.
Er blickte ihr entgegen, als sie die Treppe hinaufstieg.
„Verzeihung?“ fragte er.
„Sie haben doch von dem Toten gehört, oder?“ blaffte Buffy.
„Von dem toten Typen im Spind?“
„Ja.“
„Also, das ist ‘ne ganz verrückte Sache: Er hat zwei kleine Einstiche im Hals, und sein Körper ist völlig blutleer. Ist das nicht merkwürdig? Finden Sie nicht, daß man sich darüber aufregen kann?“
Giles stieß einen Seufzer aus. „Ich hatte so etwas befürchtet.“
„Ich aber nicht! Es ist mein erster Tag an dieser Schule. Ich hatte befürchtet, daß ich im Unterrichtsstoff nicht mitkommen würde, daß ich keine Freunde fände, daß sie mir alles mögliche anhängen würden – aber ich habe nicht im Traum daran gedacht, daß wir Vampire auf dem Campus haben könnten! Und es ist mir auch egal.“
„Warum bist du dann hier?“
Das brachte sie zum Schweigen, doch nur für einen Augenblick.
„Um Ihnen zu sagen, daß es mir egal ist.“ Aber Buffys Stimme klang bereits weniger energisch. „Ist es mir auch, ehrlich, und… und jetzt habe ich es Ihnen gesagt“, stotterte sie.
Sie drehte sich um und marschierte zur Tür, ein wenig beschämt über ihren unehrenhaften Rückzug.
„Wird er sich wieder erheben?“ fragte Giles.
Buffy verharrte mitten im Schritt. „Wer?“
„Der Junge.“
„Nein, er ist einfach nur tot.“
„Wie kannst du so sicher sein?“
Buffy schüttelte den Kopf. „Um zu einem Vampir zu werden, müssen sie dein Blut trinken, und dann mußt du ihr Blut trinken – es ist eine gegenseitige Sauferei. Aber in den meisten Fällen trinken sie einfach dein ganzes Blut, und du stirbst… Warum rede ich eigentlich immer noch mit Ihnen?“
„Du hast keine Ahnung, was hier vorgeht, stimmt’s?“ Giles wählte seine Worte sorgfältig; er forderte sie heraus. „Glaubst du, es ist purer Zufall, daß du hierhergekommen bist? Dieser Junge war doch erst der Anfang.“
Buffy drehte sich um und sah zu ihm auf. „Warum können Sie mich nicht in Ruhe lassen?“
„Weil du die Jägerin bist.“
Buffy wurde starr. All die klugen Dinge, die sie ihm hatte sagen wollen, blieben ihr im Halse stecken. Sie sah schweigend zu, wie Giles mit feierlichem Blick die Treppe herunterkam.
„In jeder Generation wird nur eine Jägerin geboren“, begann er. „Ein Mädchen, ein einziges auf der ganzen Welt, eine Auserwählte. Eine, die geboren wird…“
Ein Ruck ging durch Buffy und sie fiel mit ein: „… mit der Stärke und der Fähigkeit, die Vampire zu jagen…“
Giles verstummte und ließ Buffy allein fortfahren. „… um die Verbreitung des Bösen zu beenden… Blabla, ich hab’s ja kapiert, okay?“ giftete sie ihn an.
Giles sah bestürzt aus. „Ich verstehe deine Haltung nicht. Du hast deine Aufgabe doch angenommen, du hast bereits Vampire vernichtet.“
„Ja, ich war zur rechten Zeit am rechten Ort und habe meine Aufgabe erfüllt. Aber jetzt geht das Leben weiter.“
Giles schwieg einen Augenblick und fragte dann: „Was weißt du über diese Stadt?“
„Daß man von hier aus auf der Autobahn zwei Stunden bis zum nächsten Kaufhaus braucht.“
Nachdem er ihr mit einer Geste bedeutet hatte, auf ihn zu warten, verschwand Giles in einem Hinterzimmer und redete dabei weiter: „Grab mal ein bißchen in der Geschichte nach, und du wirst herausfinden, daß es hier einen stetigen Strom merkwürdiger Ereignisse gab. Ich glaube, daß diese Gegend ein Zentrum mystischer Energie ist – sie zieht Dinge an, die du anderswo nicht findest.“
Er kam mit einem Stapel Bücher zurück.
„Zum Beispiel Vampire“, meinte Buffy.
Sie versuchte ihm auszuweichen, aber er zog ein Buch aus dem Stapel und reichte es ihr. Es ähnelte dem Buch über Vampire, das er ihr zuvor gezeigt hatte, und während Buffy auf den Einband starrte, lud er ihr immer mehr Bücher auf die Arme.
„Zum Beispiel Werwölfe“, fuhr Giles hastig fort.
„Zombies, Dämonen…“ Er beugte sich nah zu ihr herüber.
„All das, wovor du dich als Kind im Dunkeln gefürchtet hast, und was für dich bei Tageslicht nicht existent ist.“
„Sie sagen es: ,nicht existent’.“ Jetzt fiel Buffy wieder ein, was sie ihm ursprünglich alles hatte sagen wollen. „Ich bin zwar Vampirjägerin…“, sie lud die Bücher in seinen Armen ab, „… aber ich bin in den Ruhestand gegangen. Hey, jetzt hab ich’s! Warum bringen Sie die Biester nicht um?“
Giles’ Lächeln wirkte überrascht. „Ich bin bloß der Wächter. Ich habe nicht deine Fähigkeiten.“
„Ach, nun machen Sie aber mal ‘nen Punkt. So schwer ist das doch nicht – Pfahl durchs Herz, bißchen Sonne drauf – ist auch nicht schwerer, als ‘nen Baum zu fällen oder ein Kotelett zu grillen.“
„Der Jäger jagt“, erklärte Giles geduldig. „Und der Wächter…“
„Wacht?“
„Ja. Nein!“ Giles war etwas durcheinander. „Er… er… ist der Trainer, er bereitet den Jäger auf seine Aufgaben vor…“
„Bereitet mich auf was vor?“ Nun war Buffy wirklich böse. „Aus der Schule rausgeschmissen zu werden? Alle meine Freunde zu verlieren? Daß ich meine Zeit damit verbringe, um mein Leben zu kämpfen, aber nie jemandem etwas darüber erzählen darf, weil ich die anderen in Gefahr bringen könnte?
Nur weiter so.“ Sie funkelte ihn herausfordernd an. „Bereiten Sie mich vor.“
Sie drehte sich auf dem Absatz um und eilte davon. Giles hastete hinter ihr her.
Beide waren so in ihre Diskussion vertieft gewesen, daß sie die dunkle Gestalt zwischen den Regalen nicht wahrgenommen hatten. Doch nun trat Xander hervor. Auf seinem Gesicht zeichneten sich Belustigung, Aufregung und völlige Verständnislosigkeit ab. Er blickte auf das Exemplar von „Theorien der Trigonometrie“ in seinen Händen und dann wieder zum Eingang der Bibliothek. Eine ganze Weile lang bewegten sich seine Lippen, ohne einen Laut hervorzubringen. Doch dann hallte seine Stimme in der Stille wider.
„Was?“
Giles verfolgte Buffy durch den ganzen Korridor, drängte sich durch den Pulk von Schülern, die von der einen Unterrichtsstunde zur anderen hasteten.
„Es wird schlimmer!“ rief er hinter Buffy her.
Sie blieb stehen und wirbelte herum, sah ihm in die Augen. Da sie sich der vielen Menschen um sie herum bewußt war, versuchte sie, nicht zu laut zu seufzen. „Was wird schlimmer?“
„Der Zustrom der Untoten“, murmelte Giles und zog sie aus der Mitte des Korridors an den Rand. „Die übernatürlichen Kräfte. Seit Jahren schon werden es immer mehr und nun… Es gibt einen Grund, warum du hier bist, und es gibt einen Grund, warum es jetzt ist.“
„Ja, den gibt es: Weil meine Mom jetzt hierhergezogen ist.“
Sie wollte ihn stehenlassen, aber er hob den Arm, um sie aufzuhalten.
„Etwas wird kommen“, beharrte er. „Etwas wird in Kürze hier geschehen.“
Buffy zog seinen Arm herunter. „Gottchen! Könnten Sie das vielleicht mal etwas genauer…“
Doch Giles’ Stimme war noch leiser geworden. Buffy mußte sich anstrengen, um ihn zu verstehen.
„Soweit ich es beurteilen kann“, erklärte er, „deuten die Zeichen auf einen Aufruhr dieser Wesen hin, und das schon sehr bald… in ein paar Tagen, möglicherweise früher.“
Buffy sah ihn mit zusammengekniffenen Augen an. „Ach, hören Sie doch auf. Wir sind schließlich in Sunnydale. Was soll es hier schon Schlimmes geben?“

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 Betreff des Beitrags: Re: Buffy-Bücher: Die Sammlung
BeitragVerfasst: 25. Jul 2009, 11:10 
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5. Kapitel

Draußen war es Nacht geworden. An diesem dunklen und verrufenen Ort aber herrschte ständige Nacht. Hier, wo nicht einmal das Licht der flackernden Kerzen die Dunkelheit durchdringen konnte, wo Schatten über feucht glänzende, verwitterte Mauern glitten, in Winkel und Spalten sickerten und über die
leeren Gesichter zerborstener Statuen huschten. Auch die menschlichen Gestalten, die auf dem Boden knieten
und ihre Gesichter flehend emporreckten, glichen Statuen – merkwürdigen, seelenlosen Mahnungen an Tod und Verderben.
Um sie herum erhob sich unheimlicher Gesang… schwoll an und verklang… hallte endlos wider im düsteren Raum.
Luke hielt sich von den anderen fern. Er überragte alle an Größe, selbst jetzt, wenn er kniete. Er war ein großer Mann von
imposanter Statur, mit breiter Nase und eng stehenden Augen, die an ein Reptil erinnerten. Einem unwissenden Betrachter
wäre er wie ein junger Mann Mitte Zwanzig erschienen, doch in Wahrheit war Luke wesentlich älter. Seine Kleidung stammte
aus einer alten, vergessenen Zeit, deren Epoche niemand mehr hätte benennen können.
Der Gesang wurde nun lauter und intensiver. Luke blickte eine ganze Weile lang auf die ruhige, zähflüssige Oberfläche des dunkelroten Teiches.
Dem Teich aus Blut.
„Der Schlafende wird erwachen“, verkündete er.
Seine Stimme war tief und volltönend; sein Antlitz, das eines Vampirs. Sein Atem roch nach Friedhöfen und verrottenden Leichen.
„Der Schlafende wird erwachen“, wiederholte Luke. „Und die Welt wird bluten.“
Langsam tauchte er einen Finger in das Blut.
„Amen.“
Die Kerzen flackerten wild, und für einen kurzen Moment wurde es heller, zeigten sich die Umrisse der verfallenen Ruine.
Einst hatte hier eine prachtvolle Kirche gestanden, die nun seit langer Zeit unter der Erde verborgen lag. Pfeiler und Bögen standen und hingen schief im Raum. Von allen Seiten ragten Gesteinsmassen der umgebenden Felsen in das ehemalige Kirchenschiff hinein. Der glänzende Teich aus Blut breitete
sich als zähe Masse über dem ehemaligen Altar aus. Der Gesang schwoll weiter an. Er erfüllte den Raum mit Anbetung
und Verzweiflung, erzitterte mit jedem Schatten, jedem Herzschlag, während die Gläubigen warteten.

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 Betreff des Beitrags: Re: Buffy-Bücher: Die Sammlung
BeitragVerfasst: 25. Jul 2009, 11:20 
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6. Kapitel

Buffy stand vor dem Spiegel in ihrem Schlafzimmer und zerbrach sich den Kopf, was sie heute abend anziehen sollte. Sie hielt sich ein Kleid vor, bei dem sichtlich an Stoff gespart worden war, und sagte laut zu ihrem Spiegelbild: „Hi! Ich bin ‘ne totale Schlampe!“
Irgendwie paßte das nicht so richtig. Sie nahm ein anderes, sehr viel braveres Kleid und musterte sich eingehend.
„Hi! Hättest du gern die neueste Ausgabe vom Wachturm?“
Immer noch nicht richtig. Frustriert warf sie beide Teile auf den Boden.
„Ich hatte das doch mal so gut drauf!“ grollte sie. In diesem Augenblick betrat ihre Mutter das Zimmer.
„Willst du heute abend ausgehen, Liebling?“ fragte Joyce.
„Ja, Mom. Ich gehe in einen Club.“
„Sind da auch Jungs?“
„Nein, Mom – es ist ein Nonnenheim.“
Ihre Mutter ignorierte den Sarkasmus. „Paß auf dich auf, ja?“
„Klar.“
Buffy spürte, daß die Unterhaltung auf gefährliches Terrain geriet. Sie blickten einander an, Mutter und Tochter, und fühlten
sich ein wenig unbehaglich.
„Ich glaube, wir können es hier schaffen“, meinte Joyce. „Ich hab jetzt einen richtigen Energieschub. Ich werde die Galerie wieder auf die Beine stellen. Und weißt du was? Wir haben vielleicht sogar schon einen Raum gefunden.“
Buffy versuchte Begeisterung zu zeigen. „Super.“
„Diese Schule wird gut auf dich aufpassen, und das brauchst du jetzt auch.“
„Mom…“
„Oh, natürlich nicht zu sehr aufpassen. Du bist jetzt sechzehn, ich habe schon alles über die Gefahren des zu ausgeprägten Beschützerinstinkts gelesen.“
Joyce zögerte, dann sprach sie aus, was sie wirklich dachte: „Es ist schwer. Eine neue Stadt und all das. Für mich ist es auch schwer. Aber ich versuche,
das Beste daraus zu machen. Ich werde das Beste daraus machen.“
„Das weiß ich doch.“
„Du bist ein gutes Mädchen, Buffy. Du bist nur an die falsche Clique geraten. Aber das liegt jetzt alles hinter uns.“
„Genau“, versicherte ihr Buffy. „Von nun an werde ich nur noch mit den Lebenden verkehren. Ich… ich meine, mit den lebhaften… Leuten.“
Ihre Mutter sah erleichtert aus. „Okay. Mach dir ‘nen schönen Abend.“
Buffy entschied sich schließlich für die engen Hosen und das taubenblaue Hemd, das sie offen über dem hautengen Stricktop tragen wollte, und beschloß, sich das Haar aufzustecken.
Sie ging zu Fuß ins Bronze, um etwas von der Stadt kennenzulernen. Nachdem sie das helle Licht der Straßenlaternen in der Vorstadt hinter sich gelassen hatte, erreichte Buffy schon bald die dunkleren verlassenen Gegenden am äußersten Rand des Zentrums.
Sie bog um eine Ecke und fragte sich, wie weit sie noch laufen mußte. Vor ihr erstreckte sich ein endlos langer, in dunkle Schatten gehüllter Bürgersteig, und ihre Schritte verursachten in der Stille ein unangenehmes Echo. Sie konnte die Ereignisse des Tages nicht aus ihren Gedanken verbannen – all die Leute,
die sie kennengelernt hatte, all die seltsamen Dinge, die geschehen waren. Gedankenverloren setzte sie ihren Weg fort, bis ihr plötzlich bewußt wurde, daß sie nicht allein war.
Da waren noch andere Schritte. Schritte hinter ihr… Schritte, die ihren folgten.
Buffy wirbelte herum.
Sie sah eine Gestalt, die dort in der Dunkelheit stand. Die Gestalt bewegte sich nicht.
Obwohl sie das Gesicht des Fremden nicht erkennen konnte, hatte Buffy den sicheren, beängstigenden Eindruck, daß er sie eindringlich musterte.
Sie drehte sich abrupt um und ging weiter. Die Gestalt folgte ihr.
Buffy ging schneller. Wieder konnte sie die Schritte hinter sich hören, gleichmäßig und unerbittlich. Mit einem ersten Aufflackern der Angst bog Buffy um die nächste Ecke und legte noch einen Schritt zu.
Die Gestalt kam nicht näher, fiel aber auch nicht zurück. Sie hielt immer den gleichen Abstand.
Buffy lehnte sich in einem schmalen Durchgang zwischen zwei Häusern an die kalte Mauer und schätzte ihre Möglichkeiten ab. Ein gutes Stück über ihr verlief ein langes Rohr über dem Weg. Das Ende des Durchgangs wurde von einer Reihe übelriechender Mülltonnen blockiert.
Mit einer geschmeidigen Bewegung zog sich Buffy auf das Rohr hinauf. Sie wartete, bis die Gestalt in den Durchgang einbog, und ließ sich dann ohne Vorwarnung auf ihren Verfolger fallen. Ihre Beine schlossen sich fest um seinen Hals. Sie riß ihn mit sich, als sie ihr Gewicht verlagerte, rollte blitzschnell herum und schickte ihn krachend zu Boden, während sie selbst sicher wieder auf den Füßen landete.
Sofort war er wieder auf den Beinen, doch sie warf sich mit aller Kraft gegen ihn und schleuderte ihn gegen die Mauer. Erst jetzt wurde ihr bewußt, daß er keine Anstalten machte, sich zu wehren. Statt dessen hob er beschwichtigend die Hände hoch.
„Haben Sie irgendein Problem?“ erkundigte sich der junge Mann. Er wirkte ein wenig belustigt.
Buffy sah ihn argwöhnisch an und stellte zu ihrer Überraschung fest, daß er ausnehmend gut aussah. Groß und dunkel, mit einem markanten Gesicht und dichtem Haar. Seine tiefliegenden Augen wirkten geheimnisvoll und verliehen ihm etwas Unnahbares. Und doch war noch etwas anderes in seinem Blick
wenig Unbehagen bereitete. Er hatte sich während des Handgemenges mit der behenden Grazie eines Kämpfers bewegt, doch nun stand er ruhig da und
starrte sie an.
„Ja, es gibt ein Problem!“ fuhr Buffy ihn an. „Warum verfolgen Sie mich?“
Seine Stimme klang ganz ruhig, sachlich. „Ich weiß, was Sie denken, aber machen Sie sich keine Sorgen. Ich beiße nicht.“
Es war nicht im entferntesten das, was sie zu hören erwartet hatte. Sie trat einen Schritt zurück. Die Verblüffung war ihr deutlich anzusehen.
„Um die Wahrheit zu sagen, ich glaubte, Sie wären etwas größer“, fuhr der junge Mann fort. „Oder ‘n bißchen kräftiger, mit ein paar mehr Muskeln. Trotzdem sind Sie ganz schön fit.“
„Was wollen Sie?“
„Dasselbe wie Sie.“
„Und was will ich?“
Seine Miene wurde ernst.
„Du willst sie vernichten. Du willst sie alle vernichten.“
Buffy hätte für den Bruchteil einer Sekunde fast die Beherrschung verloren. Doch dann riß sie sich blitzschnell zusammen und lieferte eine ihrer besten Vorstellungen als Quizmaster:
„Die Antwort ist leider falsch. Unsere Trostpreise sind heute diese wunderhübsche Armbanduhr und ein Jahr lang kostenlos Bohnerwachs. Die richtige Anwort lautet: Laß mich in Ruhe!“
Er blickte ihr unverwandt in die Augen. „Glaubst du wirklich, daß du noch die Wahl hast? Du stehst am Tor zur Hölle. Und es wird sich bald öffnen.“
Langsam griff er in seine Manteltasche. Als er die Hand wieder hervorzog, lag darin ein Gegenstand, der wie ein kleines Schmuckkästchen aussah.
„Wende dich nicht ab von deiner Aufgabe“, warnte er sie und warf ihr das Kästchen zu. „Du mußt bereit sein.“
Buffy reckte trotzig ihr Kinn in die Höhe. „Bereit wofür?“
„Für die Ernte.“
Dann wandte er sich ab und ging den Weg zurück, den er gekommen war. Buffy rief hinter ihm her.
„Wer bist du?“
„Laß uns sagen, ich bin ein Freund.“
„Vielleicht will ich ja gar keinen Freund“, sagte Buffy, die am Ende ihrer Geduld war.
Er lächelte geheimnisvoll. „Ich hab ja auch nicht gesagt, daß ich dein Freund bin…“
Buffy sah ihm nach. Erst als seine Gestalt von der Dunkelheit verschluckt worden war, öffnete sie vorsichtig das Kästchen.
Darin lag ein kleines, antikes Kreuz an einer langen Silberkette. Sie blickte schnell auf. Doch der geheimnisvolle junge Mann war verschwunden.

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 Betreff des Beitrags: Re: Buffy-Bücher: Die Sammlung
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Ein gutes Stück über ihr verlief ein langes Rohr über dem Weg. Das Ende des Durchgangs wurde von einer Reihe übelriechender Mülltonnen blockiert.
Mit einer geschmeidigen Bewegung zog sich Buffy auf das Rohr hinauf. Sie wartete, bis die Gestalt in den Durchgang einbog, und ließ sich dann ohne Vorwarnung auf ihren Verfolger fallen...

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 Betreff des Beitrags: Re: Buffy-Bücher: Die Sammlung
BeitragVerfasst: 25. Jul 2009, 12:35 
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